wissen.de
Total votes: 137
wissen.de Artikel

Foodsharing

Gemeinsam den Kühlschrank plündern

Der eine würde die Erdbeermarmelade und die Salami wegwerfen, der andere kann beides gut gebrauchen. Warum also nicht Person A mit Person B zusammenbringen? Das dachten sich auch die Macher der Web- und Smartphone-Plattform foodsharing.de, die im Dezember 2012 an den Start gegangen ist. Hier treten Menschen miteinander in Kontakt, die ihr Essen teilen wollen. Und damit wäre nach Modellen wie beispielsweise Car-Sharing und Couchsurfing der nächste Trend zum Teilen in Gang gebracht. Denn Deutschland hat längst seine Liebe zum Sharing entdeckt.

Dieses Bild ist leider nicht verfügbar. - wissen.de
Foodsharing in Köln

Die Idee von foodsharing.de greift aber noch weiter. Der Grundgedanke: Wer Essen teilt, wirft es nicht in den Müll. Jeder kann auf diese Art gegen die immense Lebensmittelverschwendung aktiv werden“, sagt Stephan Kreutzberger, Vorsitzender von foodsharing e.V. Und das tut Not, denn laut einer Studie der Universität Stuttgart schmeißt jeder Bundesbürger im Schnitt jährlich knapp 82 Kilogramm Lebensmittel in die Tonne – allen voran übrigens Singles. Und zwar nicht nur verderbliche Produkte. Sehr oft ist die Ware noch problemlos genießbar und sogar teilweise originalverpackt.

 

App weist künftig den Weg zum Ort der Übergabe

Valentin Thurn, Gründer von foodsharing.de, hat bereits mit seinem Dokumentarfilm „Taste the Waste“ Alarm geschlagen. Dass er mit seinen Aktionen den Nerv der Menschen trifft, zeigt unter anderem die Resonanz auf die Internetplattform: Über 2800 Foodsharer haben sich inzwischen registriert, rund 250 Kilogramm Lebensmittel konnten bereits vor dem Wegwerfen bewahrt werden. Dabei sein ist einfach: Auf der Website anmelden und einen Warenkorb mit den Lebensmitteln einrichten, die man kostenlos abgeben möchte. Man kann wählen, wo Interessenten die Ware abholen sollen, beispielsweise vor der eigenen Haustür oder an einem sogenannten Hotspot – einem zentralen Ort innerhalb der jeweiligen Stadt. Deutschlandweit sind bereits mehrere Städte aktiv dabei, Großstädte wie Köln, Berlin, München und Hamburg, aber auch zig Ortschaften jenseits der Ballungszentren. Demnächst sollen auch die Schweiz und Österreich dabei sein. Wer sich für die Angebote interessiert, kann die angebotenen Essenskörbe erstmal virtuell durchforsten. Mit angegeben ist die jeweilige Abholfrist. Die Kontaktaufnahme erfolgt ebenfalls online. Besonderer Service: Über eine Smartphone-App soll demnächst die Route zum Ort der Übergabe angezeigt werden. Mitmachen können übrigens nicht nur Privatpersonen, sondern auch Händler und Produzenten.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
von wissen.de-Autorin Sylvie-Sophie Schindler
Total votes: 137