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Festplatte wird nicht erkannt: Ursachen und Lösungen zur Datenrettung

Nicht immer muss man mit dem schlimmsten rechnen, wenn ein neuer oder bislang funktionierender Datenträger nicht (mehr) von Windows erkannt wird. Teilweise lassen sich ganz banale Ursachen wie defekte Steckplätze und Kabel als Übeltäter identifizieren.

Festplatte Seagate ST4702N
Festplattenfehler können immensen Schaden anrichten.

PC fährt nicht hoch - Datenträger wird nicht erkannt

Fährt der PC nicht mehr hoch, weil die Festplatte als bootfähiges Medium nicht erkannt wird (No bootable device found), sollte man zuerst einmal die Verbindung zwischen Datenträger und Motherboard prüfen. Häufig reicht es aus, das SATA-Kabel von Festplatte und Motherboard zu trennen und den Anschluss mit einem fusselfreien, in Alkohol getränkten Tuch zu reinigen. Auch ein Austausch des SATA-Kabels kann das Problem häufig lösen.

Sollte die interne Festplatte weiterhin nicht erkannt werden, kann man die Windows-Starthilfe (einfach [F8] Taste mehrfach drücken, bevor das Windows-Logo erscheint und Anweisungen des Assistenten folgen) nutzen.

Bringt alles nichts, lässt sich der PC über eine Boot-CD, eine externe Festplatte oder einen USB-Stick als Bootmedium starten. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weist der interne Datenträger einen Defekt auf.

Werden SSDs im BIOS nicht erkannt, kann ein BIOS-Update das Problem in vielen Fällen lösen. Teilweise funktioniert auch das AHCI (= Advanced Host Controller Interface) nicht richtig. In diesem Fall sollte man den AHCI-Modus im BIOS auf „Disabled“ bzw. „Aus“ stellen und den PC neu starten.

Datenträgerverwaltung erkennt Festplatte nicht (mehr)

Vor allem bei neu eingebauten internen bzw. neu angesteckten externen Festplatten kann es vorkommen, dass diese nicht von der Windows-Datenträgerverwaltung erkannt werden. Schuld ist meist eine fehlende Initialisierung des Datenträgers.

Sowohl das Zuweisen von Laufwerkbuchstaben, des Dateisystems (FAT oder NTFS) als auch die Partitionierung des Datenträgers erfolgt über die Windows App “Festplattenpartitionen erstellen und formatieren”.

Festplattendefekt erkennen und Daten retten

Mechanische Defekte an Festplatten (HDDs) erkennt man häufig durch komische Geräusche wie klicken, klackern oder schleifen. Ursache sind häufig Überspannung, Überhitzung oder der Eintritt von Flüssigkeiten und Staub. Bei externen Festplatten gehören Stürze (Folge: Headcrash) zu den häufigsten Schäden.

Logische Ursachen wie Virenbefall führen eher dazu, dass Laufwerksbuchstaben plötzlich fehlen, kein Datenzugriff mehr besteht oder die Festplatte nicht mehr in der Datenträgerverwaltung angezeigt wird.

Bei SSD können spezielle Recovery-Tools den “Datenträger reparieren” bzw. unzugängliche Dateien auf ein intaktes Speichermedium übertragen. Bei mechanischen Defekten - sowohl bei SSDs als auch bei HDDs - sollten eigenständige Datenrettungs- und Reparaturversuche unbedingt vermieden werden. Vor allem bei klassischen HDD können unkontrollierte Schreib- und Lesezugriffe die Schäden intensivieren und eine spätere Datenrettung erschweren. 

Experten empfehlen, den Datenträger stattdessen durch ein professionelles Datenrettungsunternehmen instandsetzen zu lassen. Die “Reparatur” erfolgt bei Profis in einem staubgeschützten Reinraum.

Die Software zum Auslesen der Dateien ist teils individuell programmiert, wodurch kritische Festplattenbereiche übersprungen werden können. Sensible Bauteile werden dadurch geschont. Außerdem können die Profi-Tools verschiedene SSD-Controller (herstellerabhängig) nachbilden. Dadurch ist die Datenrettung auch bei defekten SSD-Controllern oder beschädigten RAID-Gruppen möglich.

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