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Fest- und Feiertage

Silvester und Neujahr

Silvesterfeuerwerk in Köln
Silvesterfeuerwerk in Köln
Am Silvesterabend wird das alte Jahr traditionell mit Feuerwerk, Böllern und den Mitternachtsgottesdiensten beendet. Diente der Lärm unseren heidnischen Vorfahren in früheren Zeiten dazu, böse Geister zu vertreiben, ist er heute ein Ausdruck von Vorfreude auf das neue Jahr.

Was die Zukunft bringen würde, wollte man durch manche abergläubische Orakel erfahren. So versucht man beispielsweise beim Bleigießen kurz nach Mitternacht, aus den entstehenden Formen die Ereignisse des kommenden Jahres zu deuten. Neben Spiel und ausgelassenes Feiern gehört oftmals ein festliches Essen zum Silvesterabend. Erhalten hat sich die Tradition, Schmalzgebackenes wie Krapfen, Berliner Pfannkuchen und Mutzen zu backen oder einen Punsch zu brauen.

Der verbreitete Silvestergruß "Guter Rutsch" geht vermutlich auf "Rosch ha-Schana", das hebräische Wort für Neujahr, zurück. Zum Brauchtum des Neujahrstages selbst gehören außerdem Glückwünsche und das Schenken von Neujahrs-Brezeln.

Die christlichen Feiern zum Neujahrstag standen früher im Zeichen des „Festes der Beschneidung und Namengebung Jesu". Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wird der 1. Januar als "Hochfest der Gottesmutter" begangen und unter den Gedanken des Weltfriedens gestellt, an dem der Papst jedes Jahr eine besondere Weltfriedensbotschaft verkündet.

 

Ursprung und Geschichte

Der 31. Dezember – in den evangelischen Gemeinden auch Altjahresabend genannt – ist im liturgischen Kalender der Namenstag des Heiligen Silvester, der in den Jahren 314 bis 335 Papst war und am 31. Dezember 335 in Rom starb. Unter ihm fand auf Initiative Kaiser Konstantins des Großen der grundlegende Friedensschluss zwischen dem Römischen Reich und dem Christentum statt. Spätere Legenden schrieben ihm u. a. die Heilung Konstantins vom Aussatz und die Taufe des Kaisers zu.

Die Festlegung des Jahresanfangs auf den 1. Januar geschah durch die Kalenderreform unter Julius Cäsar im Jahre 46 v. Chr. Zuvor begann im Römischen Reich das neue Jahr am 1. März. Die frühen Christen begannen das Jahr weiterhin mit Epiphanias am 6. Januar. Papst Liberius setzte 354 einen Termin fest, an dem künftig auch die Geburt Christi gefeiert werden sollte. Er wählte den 25. Dezember, den Tag des römischen Sonnengottes Sol, um Christus als neue Sonne zu etablieren.

Im 9. Jahrhundert unterstrich die katholische Kirche die Bedeutung dieses Festes, indem sie auch den Jahresanfang auf dieses Datum legte. Papst Innozenz XII. verlegte schließlich 1691 den Neujahrstag auf den 1. Januar.

Dass das Kirchenjahr am 1. Advent anfängt, hat rechnerisch keine Bedeutung. Ein bisschen Verwirrung ist allerdings übriggeblieben: Der bäuerliche Kalender beginnt weiterhin am 6. Januar, und die Kirche bezeichnet seit der Synode von Tours 567 die zwölf Tage zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest – das "Dodekahemeron" zwischen "altem" und "neuem" Geburtstag Jesu – als Zeit zwischen den Jahren.
 

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