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Faszination Bernsteinzimmer

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Das größte und eindrucksvollste Kunstwerk aus Bernstein, das in den Jahren 1701 bis 1711 entstand, blieb das vom preußischen König Friedrich I in Auftrag gegebene Bernsteinzimmer. 1716 machte es sein Sohn, Friedrich Wilhelm der I., dem russischen Zaren Peter I. zum Geschenk. Aber erst die Zarin Elisabeth ließ das Bernsteinzimmer 1755 im Katharinen-Palast in Zarskoje Selo aufstellen. Elisabeth beauftragte den Hofarchitekt F. B. Rastrelli, die Paneele des Bernsteinzimmers in einen der Säle einzubauen. Da es in Russland noch keine Bernsteinmeister gab und für den fast einhundert Quadratmeter großen Raum Paneele fehlten, wurde der obere Rang der Wände ausgemalt und die Bernsteinmosaike in Deckennähe imitiert. Schnell wurde klar, dass für die Aufstellung und Bewahrung der empfindlichen Bernsteinmosaike ein Fachmann notwendig war. Drei Jahre später wurde der berühmte Meister Friedrich Roggenbuch aus Königsberg für den Einbau verpflichtet. Er sollte auch die später notwendige Betreuung des Zimmers übernehmen. Mit Roggenbuch begann das Bernsteinkunsthandwerk in Russland. Zu ihm stießen weitere Königsberger Meister: Klemens Fride und Johann Gottlieb Welpendorf. In die neu entstandene Werkstatt kamen die späteren russischen Meister Gerasim Koslovskij, Nikita Savin und Alexander Mihajlov dazu.

In der Bernsteinwerkstatt in Zarskoje Selo wurden viele Fragmente der Saalausstattung neu ausgeführt, die zu dem preußischen Bernsteindekor passten: enge Bernsteinpaneele zwischen den Spiegelpilastern und Bernsteinpostamente darunter, „Dessue de Porte“ über der Tür sowie eine elegante Bernsteinkonsole mit dem Monogramm der Kaiserin Elisabeth Petrovna für die Ausschmückung der großen Bernsteinrahmen mit eingefassten Florentiner Mosaiken. 1770 hat das Bernsteinzimmer sein endgültiges Aussehen angenommen, wie wir es später auf den Schwarz-Weiß-Fotos und dem einzigen vorhandenen farbigen Foto erkennen können.

In Zarskoje Selo sollten die Meister die Bernsteingegenstände aus den Magazinen des Palastes in Sankt Petersburg restaurieren. Sie bildeten den Grundstein der Sammlung von Kunstwerken aus Bernstein im Katharinen-Palast, die ungefähr 100 Kunstschätze umfasste. Eine besondere Bedeutung kommt den Kunstwerken zu, die in den Jahren von 1760 - 1770 entstanden.

Friedrich Roggenbuch starb 1771, und sein Sohn Johann wurde der „Hüter des Bernsteinzimmers“ (heute Kurator) - der letzte, der die alte Tradition der Bernsteinschnitzkunst in Zarskoje Selo beherrschte. 1830 verlor das Bernsteinzimmer seinen professionellen Kurator. Die Blütezeit der Bernsteinschnitzkunst verging, und zusammen mit ihr starben die alten Meister, die die Geheimnisse dieser Kunst bewahrt hatten.

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Tatjana Zharkova und Swetlana Sulimowa
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