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Fahrzeugdesigner/in

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Fahrzeugdesigner gestalten alle möglichen Transportmittel, von Personen- und Lastkraftwagen über Mopeds, Motorräder bis hin zu U-Bahnen und Autobussen, zum Teil sogar Schiffe und Flugzeuge. "Wer bei uns Industrial Design studieren möchte, sollte sich vor allem für Automobile interessieren und kreativ sein. Eine Idee zeichnerisch aufs Papier zu bekommen, ist zunächst wichtiger als fundiertes naturwissenschaftliches Wissen", so Susanne Heuer von der Fachhochschule Pforzheim, an der Industrial Design mit dem Schwerpunkt Automobil studiert werden kann.

Gestaltungslust und technisches Know-how müssen sich bei Fahrzeugdesignern mit der Fähigkeit vereinen, die Vorgaben der Konstrukteure und der Marketingfachleute genau einplanen zu können. Dabei lautet die Formel: Visualisierung gleich Realisierung. Es ist vermutlich der Traum so mancher Designer, Fahrzeuge rein nach Maßgabe der Ästhetik zu gestalten und ganz gewagte Karosserien auf den Markt zu bringen. Aber Automobilhersteller wissen, dass Kaufentscheidungen zwar vorwiegend von Gefühl und Auge bestimmt werden, aber eben auch Gesichtspunkte wie Funktionalität und Preis zählen.

Die pure Kreativität muss sich bei den Vorüberlegungen eines KFZ-Designers deshalb mit technischen und kaufmännischen Fragen paaren: Welche Zielgruppe soll der neue Autotyp ansprechen? Wie gestalte ich das Fahrzeuginnere, damit auf möglichst kleinem Raum die Komfortansprüche der Autofahrer erfüllt werden? Soll der Wagen eher kraftvoll und leistungsfähig oder sportlich und dynamisch aussehen? Sogar die Gestaltung und Anordnung aller sichtbaren Teile im Motorraum fällt in den Bereich der Fahrzeugdesigner. Im Fachjargon werden dafür drei Disziplinen unterschieden: das Exterior-Design (Außendesign), das Interior-Design (Innendesign) und das Design, das sich um „Colour and Trim“ kümmert, d.h. um Materialien und Farben, die im und am Auto verwendet werden.

Die Entwicklung eines neuen Autos beginnt mit einer Stichwortsammlung in einem so genannten Lastenheft. Danach entstehen erste handgezeichnete Skizzen. Ist die Idee schon ausgereifter, wird mit der Hilfe von Computerprogrammen ein millimetergenaues Modell erarbeitet. Anhand der Daten der Computerzeichnung wird nun aus Clay, einem Tonwachsgemisch, ein fast originalgroßes Anschauungsmodell hergestellt. Bis zur serienmäßigen Produktion müssen in Absprache mit den Konstrukteuren immer wieder Veränderungen vorgenommen werden, denn diese erst bringen ein Tonauto zum Fahren. "Während dieses Prozesses ist Teamfähigkeit der Fahrzeugdesigner gefragt, Einzelgänger haben es da eher schwer", gibt Susanne Heuer zu bedenken.

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aus der wissen.de Redaktion, Quelle: BW Bildung und Wissen Verlag
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