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Erster Weltkrieg: Wo waren die Frauen?

Eine Wiener Historikerin untersucht die Folgen des Krieges für Frauen und Geschlechterroll

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Wegbereiter für das Frauenwahlrecht?

Dienst am Schreibtisch
Dienst am Schreibtisch

Im Laufe des Ersten Weltkriegs wurden Frauen auch in die Armeeverwaltung aufgenommen, unter anderem als Schreiberinnen.

Häufig gelten diese Arbeitseinsätze von Frauen im Ersten Weltkrieg als entscheidender Impuls für die Frauenbewegung und im Speziellen für den Kampf um das Frauenwahlrecht. Denn wenn Frauen schon wie Männer arbeiteten, dann sei auch eine Gleichbehandlung in Bezug auf das Wahlrecht selbstverständlich, so das Argument. Unzweifelhaft hatte der Erste Weltkrieg Auswirkungen auf die Rollen von Frauen in der Gesellschaft. Hämmerle tritt aber der weit verbreiteten Annahme des  Ersten Weltkriegs als "Begründer des Frauenwahlrechts" entgegen:

"Der Kampf von Frauen um das politische Wahlrecht, aber auch für Bildung, die Öffnung der Universitäten und des Arbeitsmarkts, stand bereits lange vor 1914 auf der Agenda der Frauenbewegungen", so die Historikerin. "Und die Forderung nach dem Frauenwahlrecht stand seit dem 1890er Jahren im Parteiprogramm der Sozialdemokratie."

Eine wichtige Rolle spielt der Weltkrieg aber trotzdem, wie Hämmerle erklärt: Durch den Krieg verschoben sich die politischen Machtverhältnisse. Das trug mit dazu bei, dass 1918 in einigen, aber längst nicht allen europäischen Ländern das Frauenwahlrecht eingeführt wurde. "So kann der Erste Weltkrieg möglicherweise als Katalysator frauenrechtlicher Bemühungen gesehen werden, aber sicherlich nicht als ihr Schöpfer", betont Hämmerle.

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