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Erich der Rote und Leif Eriksson

Wie Vater und Sohn Grönland und Amerika entdeckten

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Besonders stolz war Erich der Rote über den Handel mit weißen Falken. Er rief regelmäßig Vogeljagden aus, um die Nachfrage der arabischen Scheichs, die sich mit den seltenen Vögeln als Machtsymbol schmückten, zu stillen. Der Grönlandentdecker wurde von den Familienoberhäuptern der Sippen zum König der Region um den Fjord geweiht. Heute noch sind die steinernen Anlagen des Königsgehöftes, das der Pionier der Besiedlung Grönlands nicht mehr verlassen sollte, erhalten. Erich der Rote starb um 1007 und hinterließ einen Sohn, der keine geringere Entdeckung als Amerika machen sollte.

Ein Seebericht als Motivation

Mit einer Seekarte in Händen wäre Leif Eriksson bestimmt früher aufgebrochen. Denn Baffin Insel und Neufundland im Nordosten Kanadas lagen seinem Dorf im Südwesten der Insel Grönland näher als vermutet. Im Sommer des Jahres 1003 stach Leif Eriksson mit 35 Männern auf einem Langboot in See. Das waren mehr, als üblicherweise in einem Schiff zur See fuhren, die Umstände jedoch waren außergewöhnlich. Immerhin war eine Expedition geplant. Allein Erich der Rote, dem Leif das Kommando anvertrauen wollte, musste an Land zurück bleiben – ein Sturz vom Pferd machte die Pläne zunichte. Jetzt musste sich erweisen, ob Leifs Landsmann Bjarne Herjolfsson 15 Jahre zuvor das Land im Westen richtig beobachtet und vor allem den Kurs korrekt berechnet hatte. Flaute, Nebel und Nordwind hatten den nur 20-jährigen Seemann und Händler im Jahre 986 an Grönland vorbei und vor unbekannte Gestade getrieben, auf der Suche nach seinem Vater. Dessen Anwesen auf Island hatte er verwaist vorgefunden und erfahren, dass er wie viele andere Erich dem Roten nach Grönland gefolgt war auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Als sich über Bjarne der Nebel gelichtet hatte, sah er in der Ferne Wälder, dann flache Küsten – Grönland konnte das nicht sein. Nach drei Tagen Südwestwind tauchten gar Gletscher auf. Während seine Männer ihn bedrängten, vor der Küste zu ankern und Wasser aufzunehmen, blieb Bjarne hartnäckig bei seiner Suche nach dem Süden Grönlands, ließ Kurs Nord und später nach Osten steuern. An Land wollte er seinen Fuß nicht setzen. Genau das aber hatte jetzt Leif Eriksson im Sinn.

Die Entdeckung Amerikas ohne Kolumbus

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