wissen.de
Total votes: 119
wissen.de Artikel

En Garde!

Vae victis! Wehe den Besiegten! Dies galt die längste Zeit der Menschheitsgeschichte für die kriegerische Auseinandersetzung im Zweikampf. Auch wenn uns Hollywood mit seinen Filmen über D`Artagnan & Co. die Mär vom edlen Ritter erzählen will, der seinen am Boden liegenden Rivalen großmütig das Leben schenkt: Ursprünglich lebte der Zweikampf mit der Waffe von Gewalt, Brutalität und Grausamkeit. Ob bei den Gladiatorenkämpfen im alten Rom, den Ritterturnieren im Mittelalter oder dem Duell zweier eifersüchtiger Aristokraten im 18. Jahrhundert: Wenn einmal kein Blut floss, war das die Ausnahme.

Dass das Fechten aber mehr als nur Überlebenskampf sein solle, forderte der Volksdichter Hans Sachs schon im 16. Jahrhundert:
Lass Fechten gleich nur Kunstwerk sein
Ist doch die Kunst löblich und fein.

Und tatsächlich: sieht man den heutigen Spitzenfechtern bei ihrem Tanz über die Planche zu, könnte man leicht vergessen, dass unter der schützenden Maske Schweiß fließt. Wie zwei Raubtiere lauern sie in gebückter Haltung, entspinnen einen Dialog ohne Worte, ohne Mimik. Der kleine Tod, wie die Fechter einen Treffer bezeichnen, ist immer präsent. Und nur wer die im Training tausendmal eingeschliffenen Bewegungen kreativ umzusetzen weiß, kann einen Treffer landen, darf sich die Maske vom Gesicht reißen und Emotionen zeigen.

Dass die Deutschen, neben den Franzosen, Italienern, Russen und Ungarn in diesem außergewöhnlichen Sport seit langen Jahren internationale Spitze sind, hat Tradition. Schon immer haben die Germanen ihr Schwert als treuen Weggefährten geschätzt, so wie der nordische Sagenheld Siegfried, der seine Waffe auf den Namen Balmung taufte.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
Richard Steiger
Total votes: 119