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EMS-Training: Gefährlicher Trend?

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Gefahr für die Nieren

Ein zu intensives Muskeltraining führt zu einer erhöhten Ausschüttung der sogenannten Creatin-Kinase (CK). Dieses Enzym versorgt die Muskeln mit Energie und ist zum Beispiel bei einem starken Muskelkater vermehrt im Blut nachweisbar. Wissenschaftler der Sporthochschule Köln haben herausgefunden, dass die CK-Werte beim EMS-Training bis zu 18 Mal höher ansteigen als bei einem herkömmlichen Training.

Das spricht einerseits für die Effektivität der Methode beim Muskelaufbau. Andererseits können die Muskeln bei extrem erhöhten Werten aber auch Schaden nehmen. Da der Körper den Stoff über die Nieren abbaut, kann es zudem sogar zu Nierenschäden bis hin zum akuten Organversagen kommen – vor allem, wenn man nicht genug trinkt.

Nichts für den Breitensport?

Angesichts dieses Risikos raten einige Mediziner davon ab, das EMS-Training überhaupt im Breitensport anzuwenden. "Während Ärzte und Physiotherapeuten in dieser Methode ausgebildet wurden, ist das Personal in Fitnessstudios oft nicht ausreichend geschult, um die Belastung richtig einzuschätzen", meint zum Beispiel der Neurologe Stefan Knecht von der St. Mauritius Therapieklinik in Meerbusch. Der geringe Aufwand verführe Trainierende zudem dazu, häufiger oder ausgiebiger zu trainieren als empfohlen.

Wer das Training per Elektrostimulation trotzdem ausprobieren möchte, sollte vorsichtig sein: Wichtig ist, nicht länger als 30 Minuten am Stück und nicht öfter als ein- bis zweimal pro Woche zu trainieren. Denn der Körper braucht genügend Zeit, um sich zwischen den Trainingseinheiten zu erholen. Um die Nieren nicht zu überfordern, sollten Sportler zudem immer genügend trinken – und auf Warnzeichen des Körpers achten. Im Zweifel gilt: Bei Schmerzen, Herzrasen oder einem Schwächegefühl nach dem Workout lieber den Arzt aufsuchen.

DAL, 19.02.2018
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