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Eisenbahnzeiten brechen an

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Das änderte sich mit der Eisenbahn. Sie verdoppelte oder verdreifachte die Reisegeschwindigkeit. Die Entfernungen schmolzen zusammen. Die vielen unterschiedlichen Lokalzeiten machten sich bei der Aufstellung der Fahrpläne störend bemerkbar. Damit die Zugführer den Überblick über die Fahrzeit behielten, führten die Bahngesellschaften “Eisenbahnzeiten“ ein. Der Zugführer erhielt bei Fahrtantritt eine Uhr mit der gültigen Eisenbahnzeit, nach der er sich richtete.

Zu den Orts- und Länderzeiten galten also parallel auch noch Eisenbahnzeiten der verschiedenen Linien. Das konnte nicht lange gut gehen. Der Ruf nach Synchronisation der Ortszeiten wurde umso lauter, je mehr die Eisenbahnnetze zusammenwuchsen. Es war “höchste Eisenbahn“ - diese Redewendung, die Eisenbahn mit Zeit gleichsetzt, stammt übrigens aus einer Komödie dieser Zeit.

Auf der ersten Standardzeitkonferenz in Washington kam 1884 der Vorschlag auf den Tisch, die Erde ausgehend von der Greenwich-Zeit in 24 Zeitzonen mit je 15 Längengraden zu einer Stunde Zeitdifferenz einzuteilen. Die neuen Einheitszeiten setzten sich schnell durch. In Deutschland wurde die neue Standardzeit 1893 eingeführt.

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