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Eisbären: Die weißen Riesen der Arktis

Heute ist der internationale Tag des Eisbären - ein Tag an dem wir die weißen Giganten der Arktis ehren. Ihr ungewisses Schicksal gibt dem Klimawandel ein Gesicht und macht sie zu den bekanntesten Symboltieren des arktischen Eisschwunds. Doch was wissen Sie eigentlich über diese großen Raubtiere? Und wie stehen deren Überlebenschancen mit dem voranschreitenden Klimawandel?

Rund um den Nordpol leben heute geschätzte 22.000 bis 31.000 Eisbären. Korrekte Zählungen sind jedoch schwierig, da viele der Gebiete nur schwer zugänglich sind. Die mit den Braunbären verwandten Bären gehören zu den größten Raubtieren der Arktis. Männliche Eisbären sind bis zu 3,40 Meter lang und können 500 Kilogramm wiegen. Die Weibchen bringen nur halb so viel Kampfgewicht auf die Waage. Der größte jemals dokumentierte Eisbär wog sogar knapp über eine Tonne und damit etwa so viel wie ein VW Polo.

Der Eisbär ist ein Kältespezialist

Gegen die arktische Kälte von bis zu -50°C besitzen Eisbären mehrere Strategien. Ihr gelblich-weißes Fell ist relativ lang und hält ein Luftpolster über der eigentlich schwarzen Haut fest. So geht nur wenig Körperwärme verloren. Schaut man genauer hin, fällt auf, dass die einzelnen Haare gar nicht weiß sind, sondern hohl und eher transparent erscheinen. Dadurch leiten sie die Sonnenstrahlen direkt auf die schwarze Haut und heizen das eigentlich schwarz-weiße Tier zusätzlich auf.  Direkt unter der Haut sitzt eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Fettschicht, die nicht nur isoliert, sondern beim Schwimmen auch noch zusätzlichen Auftrieb verleiht.

Eisbären sind bestens an das Leben auf dem Eis angepasst. Die meisten Tiere kommen zwar an Land zur Welt, verbringen den Großteil ihres Lebens jedoch auf dem Packeis des Nordpolarmeeres. Sie sind so abhängig vom Lebensraum Meer, dass sie mit Walen und Robben zu den Meeressäugern gezählt werden. Entsprechend sind sie exzellente Schwimmer und können sogar mehrere Tage lang schwimmen – ohne Pause. Dabei benutzen sie ihre mit Schwimmhäuten versehenen Vorderpfoten als Paddel und ihre Hinterbeine als Ruder.

Eisbär beim Fressen einer Robbe
Dieser Eisbär hat gerade eine Bartrobbe erlegt und beginnt, sie auszuweiden.

Meistens heißt es warten

Robben sind die absolute Leibspeise der großen Raubtiere. Um satt zu werden, brauchen sie mindestens eine Robbe pro Woche. Auf der Jagd nutzen sie hauptsächlich drei Strategien: warten, buddeln und schleichen. Am häufigsten lauern sie einfach – oft bis zu mehrere Stunden – an den Atemlöchern der Robben. Tauchen diese auf, riecht der Bär den Robbenatem und langt mit seinen Pranken ins Loch. Alternativ graben sie die Robben auch aus deren Bruthöhlen in Schneewehen oder pirschen sich langsam ran. Dabei helfen ihnen ihre behaarten Tatzen – auch um nicht auszurutschen. Legenden besagen, dass sie auf der Jagd ihre schwarze Nase verdecken, um sich besser im weißen Schneegestöber zu tarnen. Zeugen dafür gibt es jedoch nicht.

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YBR, 27.02.2018
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