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Eine kurze Reise durch die Geschichte der Klimaforschung

Vom kriegsentscheidenden Wetterbericht zu den Folgen des Treibhauseffektes

"Man hört oft Klagen darüber, dass die in der Erde angehäuften Kohlenschätze von der heutigen Menschheit ohne Gedanken an die Zukunft verbraucht werden... Doch kann es vielleicht zum Trost gereichen, dass es hier wie so oft keinen Schaden gibt, der nicht auch sein Gutes hat. Durch Einwirkung des erhöhten Kohlensäuregehaltes der Luft hoffen wir uns allmählich Zeiten mit gleichmäßigeren und besseren klimatischen Verhältnissen zu nähern, besonders in den kälteren Teilen der Erde; Zeiten, da die Erde um das Vielfache erhöhte Ernten zu tragen vermag zum Nutzen des rasch anwachsenden Menschen-geschlechtes." Der Autor dieser Zeilen aus dem Jahr 1907 lebte selbst in einem kälteren Teil der Erde: der schwedische Chemiker Svante Arrhenius. Er berechnete erstmals den Treibhauseffekt der Erde und wandte dabei frühere Erkenntnisse zum Wärmetransport in Gasen an, wie sie die Forscher Joseph Fourier (1768-1830), Claude Pouillet (1790-1868) und John Tyndall (1820-1893) gewonnen hatten.

Die Erdatmosphäre ist etwas ganz Besonderes - ohne sie wäre es auf unserem Planeten mehr als 30 Grad kälter und damit ebenso unwirtlich wie auf seinen Nachbarn im Weltraum. Denen fehlt nämlich eine solche Lufthülle. Die Treibhausgase, von denen einige nur als Spurengase in der Atmosphäre vorkommen, sorgen dafür, daß die Wärmestrahlung der Erde nur zum Teil in den Weltraum entweichen kann. Diese Spurengase sind Kohlendioxid (CO2), daneben Methan, Lachgas, Ozon und einige Kohlenwasserstoffe.

Die Wissenschaft beachtete Arrhenius' Berechnungen jahrzehntelang kaum. Meteorologen kümmerten sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem um die Verbesserung der Wettervorhersage - nicht zuletzt im Dienst des Militärs, das am liebsten unter günstigen Bedingungen angreifen wollte. Erst mit dem Internationalen Geophysikalischen Jahr 1957 begann eine systematischere Erfassung klimarelevanter Daten rund um den Globus, vor allem durch den Eintritt in das Raumfahrtzeitalter. Forscher aus aller Welt knüpften ein Netz-werk, um 18 Monate lang Daten über die Erde und ihre Atmosphäre zu sammeln, neue Beobachtungsstationen wurden gegründet und Beobachtungsprogramme gestartet. Besonders prominent ist die Messreihe der meteorologischen Station auf dem hawaiianischen Vulkan Mauna Loa, die seit 1958 praktisch ununterbrochen den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre aufzeichnet - Tendenz steigend.

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