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Doppelt fit – Sport in der Schwangerschaft

So tut die Bewegung Mutter und Baby gut

Früher bekam man mit dem Mutterpass die Lizenz zum Füße hochlegen ausgehändigt, denn Sport in der Schwangerschaft galt lange Zeit als absolut tabu. Mittlerweile weiß man jedoch dank zahlreicher Studien der letzten Jahrzehnte, dass sich Sport in einer komplikationsfreien Schwangerschaft eindeutig positiv auf die werdende Mutter und das Kind auswirkt. Doch wie viel Sport ist noch erlaubt? Welche Sportarten eignen sich besonders oder gar nicht? Was schadet der Entwicklung des Kindes? Und was ist nach der Geburt? Diese Fragen stellen sich sportliche Newcomerinnen ebenso wie erfahrene Leistungssportlerinnen. Und ebenso unterschiedlich wie deren Trainingszustand und Ambitionen fallen auch die Antworten aus.

Schwangere Frau im Schwimmbad
Empfehlenswert für Schwangere: Aquagymnastik

Im Wasser fühlt sich der schwere Babybauch viel leichter an.

Die Schwangerschaft ist für den weiblichen Organismus ein Ausnahmezustand: Der Körper wird mit Hormonen überschwemmt und erbringt Höchstleistungen beim Bewältigen der Anpassungsprozesse. Eine Schwangerschaft an sich ist ja kein Spaziergang – und dabei noch Sport treiben? Der Deutsche Sportärztebund (DGSP) sagt ausdrücklich „Ja“ und empfiehlt, den Sport während der Schwangerschaft auf keinen Fall einzustellen, sondern den „anderen Umständen“ anzupassen. Das heißt: ohne Leistungsorientierung und Wettkampfambitionen – und unter der Voraussetzung, dass keine medizinischen Gründe dagegen sprechen und die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft.

 

Positiv für Körper und Seele

Moderates Training wirkt sich positiv auf die Physis und auf die Psyche schwangerer Frauen aus. Typische Probleme, mit denen viele Schwangere zu kämpfen haben, wie Rückenprobleme, Wassereinlagerungen, Thrombosen oder Krampfadern lassen sich durch Sport lindern oder ganz vermeiden. Auch das Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, wird durch sportliche Aktivität reduziert. Die Frauen nehmen nicht übermäßig zu und erreichen nach der Schwangerschaft schneller ihr altes Gewicht wieder. Und auch die Psyche profitiert von dosierter körperlicher Betätigung: Sportlich aktive Frauen fühlen sich wohler, sind ausgeglichener und leiden seltener an Depressionen, Schlafstörungen oder Ängsten. Auch Depressionen nach der Geburt sind bei ihnen seltener. Sport wirkt als Stressableiter und stärkt das Selbstvertrauen – auch in den eigenen Körper. Und hiervon profitieren die aktiveren Frauen auch bei der Geburt: Einer Studie des Psychologischen Instituts der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) zufolge benötigen sie im Gegensatz zu den weniger aktiven Frauen weniger Schmerzmittel, weil sie belastbarer sind und den Schmerz besser ertragen können. Auch kommen bei ihnen seltener Saugglocke und Geburtszange zum Einsatz.

 

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von wissen.de-Autorin Eva Hammächer
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