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Doping und Olympia - Der Verdacht fährt mit

Bei den Olympischen Spielen in Südkorea steht leider nicht nur der Sport im Fokus – sondern auch die Frage nach möglichem Dopingbetrug. Nach der russischen Staatsdopingaffäre soll dieses Mal besonders scharf kontrolliert werden. Doch der Skandal um manipulierbare Probenfläschchen stellt das System erneut in Frage. Warum gelingt es Athleten immer wieder erfolgreich zu tricksen?

Goldmedaille und Dopingmittel
Während der Olympischen Spiele in Pyeongchang sollen insgesamt 2.500 Dopingtests durchgeführt werden.
Keine halbe Woche hat es gedauert, da hatten die Olympischen Spiele von Pyeongchang ihren ersten offiziellen Dopingfall: den Japaner Ken Saito, seines Zeichens Shorttracker und in Südkorea als Ersatzmann für die 5.000-Meter-Staffel vorgesehen. Der Sportler war positiv auf Acetazolamid getestet worden. Das Mittel verbessert unter anderem die Lungenfunktion, kann aber auch zur Maskierung anderer verbotener Substanzen dienen.

Dieser Befund bestätigt, was schon im Vorfeld der Spiele klar schien. Auch nach dem Ausschluss der des Staatsdopings überführten Russen treten in Pyeongchang keineswegs nur saubere Athleten an. Schon jetzt ist abzusehen, dass die Zahl der unentdeckten Trickser hoch sein könnte. Doping bleibt ein Phänomen, dem nur schwer beizukommen ist.

Schwer nachweisbar

Zum einen liegt das an einem generellen Problem: Viele Mittel wie der Klassiker des Blutdopings, Epo, kursieren in Dutzenden Variationen und werden zudem in solchen geringen Dosierungen eingenommen, dass schon nach kurzer Zeit nichts mehr davon nachzuweisen ist. Zudem scheint es, als ob die Athleten den Kontrolleuren immer einen Schritt voraus sind. Haben diese endlich die technischen Möglichkeiten, eine bestimmte Dopingsubstanz im Blut oder im Urin aufzuspüren, sind die Sportler oft längst auf einen neuen, noch nicht nachweisbaren Wirkstoff umgestiegen.

Besonders schwer bis gar nicht können Fälle von Gendoping identifiziert werden – also eine Manipulation des Erbguts, um die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern. Niemand weiß, ob diese Methode überhaupt schon angewendet wird. Doch der Verdacht liegt nahe: Bereits im Jahr 2006 waren bei dem deutschen Leichtathletiktrainer Thomas Springstein E-Mails gefunden worden, in denen er sich nach Repoxygen erkundigte. Diese bisher noch nicht im größerem Umfang am Menschen getestete Gentherapie führt zu einer höheren Aktivität des Epo-Gens und erhöht so die Zahl der roten Blutkörperchen.

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DAL, 16.02.2017
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