wissen.de
Total votes: 142
wissen.de Artikel

Digitales Bezahlen: Was zum Teufel sind Bitcoins?

...

Bitcoin-Schema
Der direkte Vergleich: Bitcoins gegen Bargeld.
Wie funktioniert das?

Wenn wir beim Kauf unseres Kaffees genügend Bitcoins haben, wird unsere Bezahlung zusammen mit diversen anderen Transaktionen zu einem Block gebündelt und mit einem Code verschlüsselt. Nun machen sich die Computer des Netzwerks dran, diesen Code zu entschlüsseln. Dies geschieht im Hintergrund, es wird freie Rechnerzeit genutzt, ähnlich wie bei seti@home oder andere Projekten mit verteiltem Rechnen. Sobald der Code geknackt wurde, ist die Transaktion erfolgreich verlaufen und wir können entspannt unseren Kaffee trinken.

Der Rechner, der den Code als erstes gelöst hat, bekommt wiederum 25 Bitcoins gutgeschrieben. Als kleine Aufwandsentschädigung. So kriegen die Nutzer den Anreiz, ihre ungenutzte Rechenleistung weiterhin für die Codeverarbeitung zur Verfügung zu stellen.

Ein paar Schwächen

Streng genommen kann das jeder machen, wäre da nicht das wahnsinnige Energieproblem. Um den Code zu knacken, muss der hauseigene Rechner eine Menge Leistung aufbringen und verbraucht dementsprechend eine Menge Strom. Addiert man den Energieverbrauch aller Rechner, die im Bitcoin-Netzwerk agieren, übersteigen diese sogar den Verbrauch der Google-Server.

Hinzu kommt: Der Computer eines Normalverbrauchers wäre tagelang mit der Entschlüsselung des komplexen Codes beschäftigt. Deshalb wird dafür eine besonders leistungsstarke Hardware benötigt, die man sich in der Regel erst kaufen muss.

Ein weiteres Manko ist, dass sich das gesamte Netzwerk auf einen Block stürzt und nur der erste belohnt wird. Wenn man sich also schon Ewigkeiten mit einem Code beschäftigt, wird dieser vielleicht von einem anderen geknackt. Dieser kassiert die Belohnung und wir stehen mit leeren Händen da.

Nicht stornierbar – und anonym

Soviel zu den Problemen für die Code-Knacker. Die der Nutzer sehen ganz anders aus. Es ist zum Beispiel unmöglich, Zahlungen zu stornieren. Das heißt, sobald wir einmal bezahlt haben, können wir unser Geld nicht mehr zurückholen. Gut für den Händler - schlecht für den Käufer. Zusätzlich kann man seine Identität bei Bitcoin-Zahlungen verschleiern. Dadurch bekommen Kriminelle die Möglichkeit, ihr Geld zu waschen und die Steuern zu hinterziehen.

Weil die endgültige Menge der sich im Umlauf befindlichen Bitcoins auf 21 Millionen begrenzt ist, kann man nicht genau sagen, was für wirtschaftliche Auswirkungen das hat. Momentan befinden sich rund 14 Millionen Bitcoins im Umlauf. Sobald es hart auf hart kommt, könnte man Satoshi Nakamoto fragen, wenn man nur wüsste wer das ist…

TKR, 29.07.2016
Total votes: 142