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Die Stunden nach dem Reaktorunfall

"Einen Wodka zur Dekontaminierung des Organismus"

In seinem 1989 erschienenen Buch "Verbrannte Seelen" lässt der sowjetische Schriftsteller Grigori Medwedew einen Augenzeugen zu Wort kommen. Den leitenden Angestellten G. N. Petrow aus Pripjat.

"Das Herz tat einem weh"

"Am 25. April fuhr ich, aus Minsk kommend, mit meinem Auto in Richtung Pripjat durch Mosuir … Ich kam ungefähr um 2 Uhr 30 aus Richtung Schipelitsch nach Pripjat. Schon von Janow aus sah ich den Feuerschein über dem vierten Block … Ich entsinne mich, dass die hochschlagenden Flammen über den Ventilationskamin hinausgingen, also eine Höhe von 170 m über dem Erdboden erreichten. Ich fuhr gar nicht erst nach Hause, sondern zum Block vier, um mir aus nächster Nähe ein Bild von dem Geschehen zu machen. Ich kam von der Seite der Bauleitung bis auf 100 Meter an den Unfallblock heran. Im nahen Feuerschein sah ich das halbzerstörte Gebäude … Das Herz tat einem weh bei diesem Anblick … Am Block standen Feuerwehrwagen. In Richtung Stadt fuhr ein Krankenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht.

Ich stand eine Minute, Aufregung und Schrecken überwältigten mich. Ich sah alles mit eigenen Augen und werde dieses Bild nie vergessen. Die Aufregung ging in Angst über. Ich spürte eine nahende Gefahr. Es roch wie nach einem Blitzschlag. Außerdem brannte der Rauch in den Augen und im Hals. Ich unterdrückte den Hustenreiz. Um besser sehen zu können, drehte ich das Fenster etwas herunter. Schließlich war die Nacht warm. Ich konnte gut erkennen, dass die Abdeckung des Maschinenhauses und der Entgaserbühne brannte. Im wallenden Qualm und Feuer sah man die Feuerwehrleute und die von den Wagen hochgezogenen, sich windenden Schläuche. Einer der Feuerwehrleute bestieg sogar das Dach des Blocks B … Ich wendete den Wagen und fuhr nach Hause, in den 5. Mikrorajon der Stadt Pripjat. Als ich nach Hause kam, schliefen schon alle. Es war etwa 3 Uhr nachts.

"Wir würden in drei Tagen zurückkehren."

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aus der Chronik-Redaktion
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