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Die Milch ist schuld?

Laktosefreie Lebensmittel – wer braucht sie wirklich?

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Vom Normalzustand in den Ausnahmezustand

Laktose ist der in Milch und Milchprodukten enthaltene Milchzucker. Er ist ein so genanntes Disaccharid, also ein Zweifachzucker, der bei der Verdauung mithilfe des Enzyms Laktase in die beiden Einfachzucker Galaktose (Schleimzucker) und Glukose (Traubenzucker) aufgespalten wird. Dieser Prozess findet im Dünndarm statt. Fehlt das Enzym oder wird es blockiert (z.B. durch Sorbitol), gelangt der Milchzucker in den Dickdarm und wird dort von Bakterien vergoren. Das kann zu Völlegefühl, Blähungen, Krämpfen, Erbrechen und wässrigen Durchfällen führen. Bleibt der Laktasemangel symptomfrei, spricht man von einer Malabsorption. Erst wenn es zu Verdauungsproblemen kommt, spricht man von einer Intoleranz.

Je nach Alter und Veranlagung bildet der menschliche Körper mehr oder weniger Laktase. Am höchsten ist die Laktaseproduktion bei Säuglingen, nach dem Ende der Stillzeit nimmt sie stetig ab. Dass Erwachsene Milchzucker schlecht vertragen, ist also der Normalzustand. Nur in Nordeuropa und in Nordamerika kann ein Großteil der Erwachsenen Milchzucker verdauen. Grund ist eine Genmutation, die vor ca. 8.000 Jahren erstmals auftrat, zu jener Zeit also, in der die Menschen in Europa sesshaft wurden und Milchvieh hielten. Forscher vermuten einen evolutionären Vorteil in der so genannten Laktasepersistenz: wer über das Säuglingsalter hinaus Milch verträgt, kommt besser durch den Winter und andere Mangelzeiten.

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von wissen.de-Autorin Katja Schmid, August 2013
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