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Die Kauflust steigt, die Preise auch

Erste Folgen der Währungsreform

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1949 / BRD / Schlangen bei Geldausgabe 1948

1948 / Deutschland Bei der Geldausgabe der D-Mark gibt es überall lange Schlangen.

In den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands hat die Reichsmark ihre Gültigkeit verloren. Insgesamt 40 Reichsmark haben die Deutschen am Vortag zum Kurs von 1:1 in die neue Deutsche Mark (DM) eintauschen können. Staunende Menschenmengen drängen sich vor den plötzlich prall gefüllten Schaufensterauslagen der Geschäfte; begehrte Mangelwaren sind plötzlich frei verkäuflich. Die Geschäftsleute haben sie in Erwartung der Währungsreform zurückgehalten und gehortet.


Über 400 Artikel sind bereits von der Bewirtschaftung ausgenommen worden, darunter auch Hausrat, Möbel, Fahrräder, Radioapparate und Autos. Grundnahrungsmittel bleiben vorläufig noch rationiert. Auch eine Reihe anderer begehrter Waren, darunter Spinnstoffe, Schuhe, Seife, Tabak, Mineralöl, Kohle und Holz für den Hausbrand, Glühlampen und Autoreifen unterliegen weiterhin der Bewirtschaftung. Aber schon machen sich die ersten Anzeichen eines Überangebotes, wie zum Beispiel bei Obst und Gemüse, bemerkbar.


Die Menschen reagieren auf die ungewohnte Fülle des Warenangebotes noch zurückhaltend. Umfragen ergeben, dass zwei Tage nach der Währungsreform noch rund 65 % der Bewohner ihr eingetauschtes Geld, die sogenannte Kopfquote von 40 DM unangetastet gelassen haben. Noch lässt sich nicht übersehen, welche Folgen die Ausgabe des neuen Geldes für jeden Einzelnen haben wird. Die gesetzlichen Bestimmungen zur Durchführung der Währungsreform sind für viele kaum zu durchschauen. Dabei steht jetzt schon fest, dass die Besitzer von Sparguthaben hart betroffen sind. Eigentümer von Immobilien oder Sachwerten hat die radikale Abwertung des Geldes kaum berührt.

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aus der "Chronik 1948" (Chronik-Verlag)
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