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Die Grundrechte in Bildern (Artikel 1 - 4)

Markus Lüpertz illustriert das Grundgesetz

Nur wenige Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs entwarf der Parlamentarischen Rat das Grundgesetz. Die Verbrechen des Nationalsozialismus vor Augen legten die Delegierten besonderen Wert auf die Menschen- und Bürgerrechte. "Die Würde des Menschen ist unantastbar" formulierten sie als ersten Satz. Markus Lüpertz hat sich als erster Maler seit dem Mittelalter an die Bebilderung eines Gesetzestextes gewagt und zu jedem der 19 Grundrechte ein Gemälde geschaffen. Die Künstlerausgabe ist am 1. Oktober 2012 bei Bertelsmann! Chronik und Bild erschienen. wissen.de präsentiert die Werke mit Erläuterungen zum Anhören.

Der Maler, Bildhauer und Schriftsteller Markus Lüpertz sieht im Grundgesetz ein "Idyll" - die Formulierung eines Idealzustands, von dem die Realität mitunter abweicht. Anfang 2012 fing er an, sich näher mit den Grundrechten zu beschäftigen. Er schuf einen Bilderzyklus mit 19 Gemälden - zu jedem Grundrecht eines. So wie das Grundgesetz einen offenen Charakter hat, ist auch in Lüpertz Bildern Raum für Interpretationen.

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Artikel 1 GG

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Artikel 1 GG

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Erläuterung Lüpertz-Gemälde Artikel 1

 

Davon, was die „Würde des Menschen“ sein könnte, haben die meisten Bundesbürger wohl eine mehr oder weniger deutliche Vorstellung. Aber wie kann diese Würde sichtbar gemacht werden? In früherer Zeit gab es Formeln und Gesten, Physiognomien und Haltungen. Mit der Entstehung der Moderne seit 1800 sind diese verbindlichen Zeichen allmählich verschwunden und die Künstler mussten neue Bilder finden, um dennoch dieses Gefühl und die Eigenschaft sichtbar zu machen. Manchmal half eine Anspielung auf antike Figuren, um im kulturellen Gedächtnis die Vorstellung von Würde hervorzurufen. So hat es auch Markus Lüpertz gehalten, als er wie ein Leitmotiv einen Torso durch seine Bilderserie zum Grundgesetz wandern ließ. Er steht in einer Landschaft, die wohl aus der Umgebung von Berlin stammt; flache, rotgedeckte Häuser erscheinen neben einem Waldsaum am Horizont vor einem weitgestreckten gelben Feld, das wie blühender Raps aussieht. Ein Ruderboot lagert ganz vorne am Bildrand, bedrohlich dunkel gemalt – vielleicht ein Hinweis auf die Fahrt des Menschen in die Unterwelt, aus der es kein Zurück gibt. Ansonsten vermittelt die Komposition eine heitere Gelassenheit und Ruhe. „Die Würde des Menschen“ ist unantastbar, dieser Beginn des Grundgesetzes, der allen Katastrophen des 20. Jahrhunderts zum Trotz ein optimistisches Menschenbild behauptet, grundiert fast alle Bilder des Malers.

 

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aus der wissen.de-Redaktion
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