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Forschungsfeld Galápagos-Inseln

Auf den Galápagos-Inseln haben sich ganz bestimmte Arten entwickelt, was Darwin den Anstoß zu seiner Evolutionstheorie gab.

"Verwunschene Inseln", die das Weltbild veränderten

Ein bunter Leguan auf den Galàpagos Inseln
Da liegen sie, dicht an dicht, vorweltliche Miniaturdrachen mit dornigen Köpfen und langen, stacheligen Schwänzen. Ihr bizarres Äußeres verschmilzt mit dem dunklen, zerrissenen Lavauntergrund, auf dem sie sich sonnen. Nur das zischende Geräusch, mit dem sie von Zeit zu Zeit eine hoch konzentrierte Salzlösung aus ihren Nasenlöchern spritzen, verrät sie. Diese Meerechsen sind die weltweit einzigen Echsen, die sich - infolge ihrer Anpassung an die ursprünglich nahezu pflanzenlosen Inseln - ihre Nahrung aus dem Meer holen. Ihre seitlich zusammengedrückten Schwänze treiben sie während des Schwimmens vortrefflich an; starke Krallen sorgen für sicheren Halt in der Brandungszone; mit scharfen Zähnen raspeln sie Algen von den Felsen. Aufgenommenes überflüssiges Salz scheiden sie durch Salzdrüsen wieder aus. Die Beobachtungen an diesen "schwarzen Kobolden der Finsternis", wie Charles Darwin sie nannte, als er die Galápagos-Inseln besuchte, trugen dazu bei, dass er Jahre später "Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl" veröffentlichte - dieses Werk erschütterte und veränderte das damalige Weltbild nachhaltig. Als die vulkanischen Inseln vor etwa zehn Millionen Jahren entstanden, waren sie nichts als nackte, lebensfeindliche, im Meer isolierte Lavaberge. Doch über Jahrmillionen hinweg wurden Sporen, Samen, Pflanzenkeimlinge, kleinere und größere Tiere angeschwemmt oder hingetragen: durch Meeresströmungen, Stürme, Vögel oder Flöße aus entwurzelten Bäumen.

Nur der hatte eine Chance, der sich schnell an die fremden Lebensbedingungen anpassen konnte. Ein Schwarm südamerikanischer Finkenvögel, durch einen Sturm auf die Inseln getrieben, wurde auf den Inseln des Archipels heimisch. Heute zeigen diese Vögel, je nach Anpassung an die Nahrungsquelle, die unterschiedlichsten Schnabelformen in allen Übergängen: von den ganz dicken, kräftigen Schnäbeln der Großen Grundfinken, die sich zum Knacken der härtesten Samen eignen, bis zu den feinen, pinzettenförmigen der Waldsängerfinken, die zum Insektenfang ausgebildet sind. Der Spechtfink hat sogar gelernt, mit einem Kaktusstachel Insektenlarven aus der Baumrinde zu stochern.

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Heidrun Oberg
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