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“Die Dolmetscherin“ – ein Thriller entsteht

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Für Pollack - der bei „Die drei Tage des Condor“ mit Robert Redford und Faye Dunaway in die furchteinflößende, mit hohen Einsätzen spielende Welt einer außer Kontrolle geratenen CIA-Operation eintauchte; in „Die Sensationsreporterin“ mit Paul Newman und Sally Field über Liebe, Rache und Macht im Arbeitsfeld der Medien erzählte; und in „Die Firma“ mit Tom Cruise und Gene Hackman die dunkle und grausame Seite der Konzernanwaltschaft beleuchtete - schien „Die Dolmetscherin“ genau die Direktheit, Komplexität und emotionale Aufrichtigkeit zu haben, die ein politischer Thriller in unserer Zeit braucht.

Dazu sagt Pollack: „Die Dolmetscherin“ gefiel mir aus mehreren Gründen. Die inneren Zirkel der UN und der diplomatischen Welt erschienen mir als ein sehr unverbrauchtes und derzeit sehr angemessenes Umfeld. Diese Umgebung verdeutlicht die persönlichen Konflikte zwischen Silvia und Tobin, zwei Charakteren, die unterschiedliche Weltanschauungen haben und diese Hindernisse zwischen sich anfangs auch nicht überwinden können. Eine weltgewandte, intelligente Frau, die wirklich in die Kunst der Diplomatie vertraut, an Worte anstelle von Gewalt, trifft auf einen Polizisten, der sich mit den hässlichsten und schlechtesten Seiten der menschlichen Natur beschäftigt. Die Unwahrscheinlichkeit, dass diese zwei Menschen sich innerhalb des Kontexts einer möglicherweise explosiven internationalen Situation treffen und unter enormem Zeitdruck ein Geheimnis aufdecken müssen - das erschien mir als vielschichtiger Stoff für einen Film.“

Die Frage des Drehortes

Die Enttäuschung war groß für Pollack, als er erfuhr, dass noch nie ein Spielfilm in den Mauern des UN-Gebäudes im Osten Manhattans gedreht worden war, das trotz seiner bedeutenden Rolle in der modernen Welt bis heute für Kameras unzugänglich geblieben ist. Selbst Alfred Hitchcock bekam keine Drehgenehmigung für seinen Klassiker „Der unsichtbare Dritte“ von 1959, und dem Meister des Suspense-Thrillers blieb nichts anderes übrig, als die berühmte Besucherlounge im Studio nachbauen zu lassen. Aber durch eine außergewöhnliche persönliche diplomatische Mission gelang es Pollack, einen bisher nicht möglichen Zugang auszuhandeln, sodass „Die Dolmetscherin“ Blick auf einen Teil der internationalen Machtstruktur ermöglicht, wie man ihn noch nie zuvor auf der Leinwand bekommen hat.

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