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Die Anatomie des Amokläufers – Was treibt Menschen zu solchen Taten?

Schüsse, Blut, Tote und Verletzte – vor fast genau 16 Jahren sorgte der Amoklauf an der Columbine Highschool in den USA für weltweites Entsetzen. Auch an deutschen Schulen gab es seither ähnliche Ereignisse. Scheinbar aus heiterem Himmel werden dabei ganz normale Jugendliche zu erbarmungslosen Gewalttätern. Aber warum? Was bringt einen Menschen zu einer solchen Tat? Und lassen sich solche Amokläufe verhindern?

Kerzen und Gedenkschreiben von Schülern der Albertville-Realschule in Winnenden.
Kerzen und Gedenkschreiben von Schülern der Albertville-Realschule in Winnenden.

Es ist der Vormittag des 11. März 2009 – für die Schüler der Albertville-Realschule in Winnenden ein scheinbar ganz normaler Schultag. Doch dann geschieht das Unfassbare: Der 17-jährige Tim Kretschmer, ein ehemaliger Schüler der Schule, betritt das Gebäude und zieht eine Waffe. Um sich schießend läuft er durch zwei Klassenräume und einen Chemiesaal, auf seiner Flucht schießt er weitere Menschen nieder. Stunden später wird er von der Polizei gestellt und tötet sich selbst, bevor er festgenommen werden kann. Am Ende sind 15 Menschen tot, elf weitere verletzt.

Kein Einzelfall

Der Amoklauf von Winnenden ist bei weitem nicht der einzige. Wenige Monate später kommt es einer Schule in Ansbach zu einem weiteren Amoklauf, und auch in Skandinavien und den USA werden immer wieder Jugendliche und junge Erwachsenen scheinbar aus heiterem Himmel zu Gewalttätern. Sie schießen Mitschüler nieder, attackieren Kinogänger oder Menschen im Supermarkt. Aber warum?

Genau diese Frage erforscht auch der Saarbrücker Aggressions-Forscher Christoph Paulus. Er hat dafür  hunderte Daten zu Amokläufen zusammengetragen. Er analysiert die Taten, die Täter und ihr Umfeld, sucht in den Daten mit statistischen Methoden nach Übereinstimmungen, typischen Abläufen und Mustern. Sein Ziel ist es, potenzielle Täter und die konkrete Gefahr rechtzeitiger zu erkennen und so Amokläufe verhindern zu können.

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