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Der Universalkomponist

Das Liederjahr - in der Nachfolge Schuberts

Mit dem Jahr 1840 kam dann eine erstaunliche Wende: Schumann entdeckte das Kunstlied, schrieb in einem Jahr, dem sogenannten „Liederjahr“, über 150 Kunstlieder, darunter auch die bedeutenden Zyklen „Dichterliebe“ und „Frauenliebe und Leben“. Plötzlich, so könnte man es empfinden, brach sich Bahn, was bislang unterschwellig immer vorhanden war: die Verbindung von Poesie und Klängen. Literatur und Musik, Schumanns ureigenen Künste kamen zur Deckung. Und doch gingen sie nicht ineinander auf. Denn typisch für Schumanns Liedschaffen ist, dass der Klavierpart gegenüber der Gesangslinie eine bemerkenswerte Eigenständigkeit entwickelt.

In dem Lied „Schöne Fremde“ aus dem Joseph-von-Eichendorff-Liederkreis wird all das greifbar: die phantastische Nacht, die funkelnden Sterne, der glühende Liebesblick und nicht zuletzt das künftige große Glück. Robert Schumann befand sich im Aufbruch, Clara war bald an seiner Seite. Aus dem Klaviermusikkomponisten und dem Musikkritiker, der 1834 seine eigene Musikzeitschrift gegründet hatte, war der Meister der Liedkunst geworden. Ein Nachfolger Schuberts. Immer wieder schimmert im Schrifttum die Behauptung über Schumann durch, dass schon mit dem Jahr 1840 die große Zeit des Romantikers zu Ende geht. Das böse Wort, Schumann habe als Genie begonnen und als Talent geendet, ist aber gegenstandslos. Schumann ist bis zu seinem Lebensende ein innovativer Geist geblieben.

Die großen und die kleinen Formen

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von Christian Strehk
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