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Der Mann aus dem Eis: Ötzi im Film und in der Wirklichkeit

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Untersuchung der Eismumie Ötzi
Untersuchung der Eismumie "Ötzi"

Wie starb Ötzi?

Fast ebenso geheimnisvoll wie das Leben des Gletschermannes ist noch immer sein Tod. Klar ist eigentlich nur, dass es Mord oder zumindest Totschlag gewesen sein muss. Denn Ötzi erlitt kurz vor seinem Tod gleich mehrere schwerwiegende Verletzungen. Ein Pfeil traf ihn in die Schulter und verletzte eine Arterie, Ötzi verlor dadurch in kurzer Zeit viel Blut. Kurz danach erhielt der Gletschermann einen heftigen Schlag auf den Kopf, der sein Gehirn verletzte und zu Blutergüssen im Schädelinneren führte.

All dies deutet auf einen heftigen Kampf und einen gewaltsamen Tod hin. Doch wie dieser Kampf ablief und wer sein Gegner war, ist bis heute rätselhaft. Ungeklärt ist auch das Motiv dieses Mordes. War Ötzi ein Clanführer, der von einem Rivalen umgebracht wurde? Oder war es ein Mord aus persönlichen Gründen?

Der Film "Der Mann aus dem Eis"

Eine Antwort auf diese Fragen versucht der Spielfilm "Der Mann aus dem Eis" zu finden. Der heute im Kino startende Film erweckt Ötzi und seine Zeit wieder zum Leben und rekonstruiert in eindrucksvollen Bildern, wie es zum Tod des Kupferzeitmannes gekommen sein könnte. Ungewöhnlich dabei: Ein Sprachforscher hat eigens für den Film eine eigene Sprache entwickelt, die an die Urform des Rätischen angelehnt ist – eine Sprache, die Ötzi damals gesprochen haben könnte.

Der von Jürgen Vogel gespielte Held der Geschichte ist in diesem Szenario Kelab, der Anführer einer Großfamilie, die in den Ötztaler Alpen lebt. Doch während Kelab auf der Jagd ist, wird seine Siedlung überfallen und die gesamte Sippe ermordet. Auch das Heiligtum der Gemeinschaft wird geraubt. Der Film begleitet Kelab auf seiner der Suche nach den Tätern – in deren Verlauf er selbst zum Gejagten wird.

Auch wenn der Film keine Dokumentation ist: Er bietet einen spannenden Eindruck davon, wie unsere Vorfahren vor gut 5.000 Jahren lebten – und dass sie in vielen Aspekten gar nicht so anders waren als wir. Wissenschaftlich beraten wurden die Filmemacher dabei vom Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen und damit den Forschern, die seit 26 Jahren die Gletschermumie erforschen.

NPO, 28.11.2017
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