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Der Freitag nach dem Freitag nach dem Sonntag

Rezension

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Der neunjährige Harry und der fünfjährige Dan sind Brüder und verstehen sich, wie sich zwei Brüder gemeinhin verstehen – wenn es gut läuft. Der große Bruder findet den kleineren öfters man peinlich, die beiden streiten, Harry lässt Dan immer mal wieder seine Überlegenheit spüren. Aber eigentlich mögen sie sich sehr gerne und passen aufeinander auf. Wie überhaupt die Familie einen überaus normalen Eindruck macht, die sich recht erfolgreich und glücklich durch den Alltag kämpft. Bis Dan verschwindet.

Seine Schulklasse besucht zusammen mit der von Harry Legoland. Die Kinder amüsieren sich einen Tag lang im Freizeitpark bis es abends wieder zurück nach London geht. Die verschwitzte Gemütlichkeit im Bus, die erschöpfte Begeisterung der Kinder wird greifbar. Clare Sambrooks Beschreibung ist so anschaulich und plastisch, dass einen die eigene Erinnerung einholt, man sitzt mit im Bus. Doch endlich zu Hause fehlt Dan und die Geschichte von Harry nimmt ihren Lauf – und die Leser sind mittendrin, gerade so, wie man die Busfahrt miterlebt hat.

 

Aus Harrys Sicht versuchen wir zu verstehen, was mit Dan passiert ist und vor allem, was mit seiner Familie passiert. Wir nehmen die Welt aus der Perspektive eines Kindes im Schockzustand war und spüren selbst den Schock. Der Roman ist zuweilen unglaublich traurig und doch legt man den Roman nicht zur Seite. Man will wissen, wie es weitergeht, leidet mit und wird von der Autorin auch nicht mit dem Schmerz alleingelassen, auf tieftraurige Passagen folgen höchst komische Episoden.

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von Dietmar Hefendehl, wissen.de
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