wissen.de
You voted 2. Total votes: 191
wissen.de Artikel

Der ewige Machtkampf um die Krim

In dem derzeit vorherrschenden Machtkampf zwischen der Ukraine und Russland hat sich die Krim als eine Art Hauptpreis entpuppt. Für die Krim ist das leider nichts Neues, wechselten doch schon seit dem Mittelalter in einer jahrhundertelangen Abfolge von Kriegen regelmäßig die herrschenden Machthaber auf der sonnigen Halbinsel. Nach dem Sturz des Präsidenten Janukowitsch stellt sich auch jetzt wieder die Frage: Zu wem soll die Krim gehören?

Übersichtskarte der Krim-Halbinsel
Übersichtskarte der Krim-Halbinsel

Im nördlichen Schwarzen Meer liegt sie, die Halbinsel Krim. Die nur acht Kilometer breite Landenge von Perekop verbindet sie mit dem Festland der Ukraine. Mit einer Landfläche von 26.000 Quadratkilometern und rund 2 Millionen Einwohner ist die Krim knapp so groß wie Brandenburg. Wie in dem gut 300 Kilometer südöstlich gelegenen Sotschi in Russland auch, herrscht auf der Krim ein sehr mildes, mediterranes Klima. Millionen von Urlaubern zog es daher schon zu Sowjetzeiten an die Strände der sonnigen Halbinsel.

Stabilität - auf der Krim schon lange Fehlanzeige

Küstenstrich westlich von Balaklawa
Küstenstrich westlich von Balaklawa

Sucht man nach einem geopolitisch stabilen Zeitabschnitt in der Geschichte Krims, so hat man nicht viel Glück, denn die Zugehörigkeit der Halbinsel zeigte in seiner Vergangenheit nur wenig Konstanz. Mongolen, Osmanen, Venezianer, Genuesen und Deutsche, um nur einige zu nennen, sie alle herrschten in der Vergangenheit schon über die Krim. Und nicht zu vergessen natürlich auch die Russen auf der Krim. 1783 schon deklarierte Katharina die Große die Krim "von nun an und für alle Zeiten" als russisch.

Unter Stalin wurden im Jahr 1944 fast alle der ursprünglich auf der Halbinsel lebenden Krimtataren zwangsdeportiert. Jahrzehnte lang bis hin zu den letzten Tagen der Sowjetunion konnten viele der Vertriebenen nicht in ihre Heimat zurückkehren. Bis heute machen daher immer noch Russen über die Hälfte der Bevölkerung der Krim aus, Tendenz fallend. Der Anteil an Krimtataren, die nach den Ukrainern das Schlusslicht ausmachen, steigt jedoch langsam wieder an.

Stalins Nachfolger Chruschtschow, selber aus der Ukraine stammend, beschloss 1954, die Krim der Ukraine zu übergeben. Von Anfang an betrachteten die Russen dies mit Misstrauen. Doch in dem damaligen kommunistischen Großreich unterschied man weniger zwischen Russe und Ukrainer, schließlich waren sie ja alle Sowjetbürger. Jedoch, so ganz vom Haken gelassen haben die Russen die Krim nie. So hat die russische Marine seit dem späten 17. Jahrhundert bis heute ihre Schwarzmeer-Flotte in der Krim'schen Hafenstadt Sewastopol stationiert.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
KEL
You voted 2. Total votes: 191