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Das Spätwerk

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Schumanns eigensinniges Schaffen, stets kunstvoll in Relation zu kompositorischen Errungenschaften der Vergangenheit und zeitgenössischen Gegenwart gebracht, hatte sich inzwischen gänzlich von einer äußeren, auch äußerlichen Kraft des pianistischen Feuerkopfs abgewandt. Es verlagerte sein Zentrum weiter nach Innen, erscheint oft in der lyrischen Konzentration essentiell verknappt.

 

Dieses „Spätwerk“ des nicht einmal Fünfzigjährigen, zu Lebzeiten noch mit Interesse in der Musikszene beachtet, geriet – auch durch das Zutun von Schumanns Witwe Clara – posthum in Misskredit. Seine innovativen Potenziale wurden als Verschrobenheiten nachlassender Geisteskraft desavouiert. Manche Werke – wie das Violinkonzert – blieben Jahrzehnte unter Verschluss. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich endlich in der Wahrnehmung des Spätwerkes Grundlegendes geändert. Die dritte Violinsonate oder der faszinierende, von Hölderlin inspirierte Klavierzyklus „Gesänge der Frühe“ verdienen genausoviel Wertschätzung wie Schumanns sinnreiche Idee, Bachs Solo-Suiten eine stützende Klavierstimme hinzu zu komponieren, um sie im Musikleben populärer zu machen.

 

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von Christian Strehk
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