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Das Lernen lernen – Eine Studie der OECD

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In allen Ländern haben Schüler eine positivere Sicht ihrer eigenen Fähigkeiten im Lesen als in Mathematik. Trotz dieser Gemeinsamkeiten finden sich aber auch deutliche Unterschiede zwischen den Teilnehmerstaaten: Dänische Schüler haben das höchste und koreanische Schüler das geringste Vertrauen in ihre akademischen Fähigkeiten, sowohl was die Lesekompetenz als auch die Mathematik betrifft. Die Mittelwerte im Selbstvertrauen sind zwar in den Ländern verschieden hoch, was auch kulturell bedingt sein mag, aber auf der individuellen Ebene zeigen sich dennoch die gleichen Zusammenhänge: In Korea wie in Dänemark schneiden Schüler, die sich etwas zutrauen, besser ab, als solche mit weniger Selbstvertrauen.

Geschlechtsunterschiede, der Einfluss der Familie und der Migrationshintergrund schlagen sich oft auch in unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Einstellungen zum Lernen nieder, zeigte die Studie:

  • Obwohl Jungen schlechter beim Lesen abschneiden, haben sie insgesamt einige Lernvorteile: Sie vertrauen beispielsweise eher als Mädchen darauf, dass sie Lernaufgaben erfolgreich bewältigen. Dafür halten Mädchen mehr von ihren Lesefähigkeiten und haben größeres Interesse am Lesen.
  • Schüler aus sozial begünstigten Schichten lernen besser. Sie glauben insbesondere eher daran, dass sie Erfolg haben werden, verwenden häufiger effektive Lernstrategien und sind interessierter am Lesen. Der in PISA gezeigte Leistungsvorteil von Schülern aus sozial bessergestellten Familien lässt sich dabei zu einem erheblichen Anteil darauf zurückführen, dass diese Schüler über bessere Lernvoraussetzungen im Sinne von Motivation, Lernstrategien und Selbstvertrauen verfügen.
  • Schüler aus Einwandererfamilien, deren Leseleistung in den meisten Ländern wesentlich schwächer als die der Einheimischen ist, verfügen nicht generell über schlechtere Lernvoraussetzungen. In der Mehrzahl der Länder sind ihre Herangehensweisen ähnlich wie die der einheimischen Schüler und in einigen Ländern, wie Australien und Neuseeland, weisen Migranten sogar bessere Lernvoraussetzungen auf. In Deutschland verwenden Migranten in der Regel weniger Elaborationsstrategien und trauen sich im Fach Deutsch weniger zu. Ihr Interesse an Mathematik ist jedoch stärker ausgeprägt als das ihrer deutschen Mitschüler.

Insgesamt zeigte die Studie, dass die Lerneinstellungen einen überraschend starken Einfluss auf die Lesekompetenz haben. Rund ein Fünftel der Leistungsunterschiede in der Lesekompetenz der Schüler lässt sich auf ihre unterschiedlichen Lernvoraussetzungen im Sinne von Strategien, Motivation und leistungsbezogenem Selbstvertrauen zurückführen.

Wenn man aus diesem Ergebnis eine Konsequenz ziehen will, dann sollte das "Wie des Lernens" stärker zum Unterrichtsgegenstand werden. Lehrer könnten ihre Schüler dabei unterstützen, ein Repertoire an effektiven Lernstrategien aufzubauen und ihnen auch helfen, Zuversicht und Interesse zu entwickeln. Solche pädagogischen Unterstützungsprozesse sollten auch ein zentrales Element der Lehrerausbildung sein.

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Quelle: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
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