wissen.de
You voted 2. Total votes: 102
wissen.de Artikel

Klonen als Geschäftsmodell

Hinter der Entwicklung der Klontechnologie stehen wirtschaftliche Interessen

Klonschaf Dolly entstand nicht allein aufgrund der Neugier von Grundlagenforschern, handfeste wirtschaftliche Interessen stehen hinter der Entwicklung der Klontechnologie. Die Forscher um Ian Wilmut vom Roslin Institute in Edinburgh, Schottland, wurden von der (inzwischen aufgelösten) Firma PPL Therapeutics personell und finanziell unterstützt. Und mit Hilfe der Firma Advanced Cell Technologies konnte Klonforscher James Robl (University of Massachusetts, USA) kurz nach Dolly den ersten Rinderklon vorstellen.

Wurde hier jemand geklont?

Kühe auf einer Wiese. Mit geklonten Tieren können Züchter viel Geld verdienen.

Mit dem Klonen wertvoller Zuchtbullen lässt sich Geld verdienen. Bei TransOva Genetics ist das bereits Routine. Rund 300 Rinder werden jährlich in den Labors und Stallungen der Firma in Sioux Center, Iowa, geklont. Züchter bestellen Klone aus den Zellen von verstorbenen oder unfruchtbaren Zuchtbullen oder –kühen, denn prämierte Zuchttiere können um eine Million Dollar wert sein. Trotz Kosten von über 10000 Dollar pro Klon lohnen sich aber auch Kopien von lebenden Prachtbullen. So lässt sich doppelt so viel Sperma für die Zucht gewinnen und verkaufen. Und wer mehrere Kopien eines Elite-Bullen hat, kann dessen vorteilhafte Gene schneller in der Zuchtpopulation verteilen.

Laut französischer Gesundheits- und Lebensmittelbehörde kann der Samen eines geklonten Zuchtbullen einen jährlichen Profit von rund einer Million Dollar einbringen. Während eine Kuh oder ein Bulle zwischen 2000 und 30000 Dollar kosten, lasse sich mit systematischem Klonen ein zusätzlicher Gewinn von etwa 1000 Dollar pro Kalb erwirtschaften. Bei der neuseeländischen AgResearch sollen Klone von Zuchtböcken den Anteil vorteilhafter Gene in den Schafherden vermehren. Weil in der Schafzucht keine künstliche Befruchtung möglich ist, müssen Zuchtböcke von Herde zu Herde transportiert werden. Mit Kopien dieser Böcke ließe sich das beschleunigen. Außerdem wollen die Forscher Schafe, die zufällig resistent gegen Parasiten sind, klonen, um so positive Genvarianten erforschen und vermehren zu können.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
Sascha Karberg
You voted 2. Total votes: 102