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Cannabis - verkanntes Heilmittel?

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Hilfe für Multiple Sklerose-Patienten

Weltweit laufen verschiedene Forschungsprojekte über die Wirkung von THC und Cannabisextrakte auf Asthma, Augeninnendruck, Schmerzen, Appetitlosigkeit, Entzündungen, Hirntrauma und Muskelkrämpfe. Vor kurzem abgeschlossen wurde eine Untersuchung an der Berner Klinik Montana mit 50 Multiple-Sklerose-Patienten. Das Resultat lässt aufhorchen: "Der auf THC standardisierte, natürliche Cannabisextrakt hat sich als antispastisch erwiesen", erklärt Claude Vaney, Chefarzt und Leiter der Studie. "Die psychischen und physischen Nebenwirkungen waren gering." Eine neue Studie am Inselspital Bern untersucht die Wirkung von Cannabis auf das "Restless-Leg-Syndrom" (RLS). Schätzungsweise leiden fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung an dieser neurologischen Erkrankung. "Wie so oft kam die Idee zu dieser Studie aufgrund von Erfahrungen mit der Selbstmedikation", erklärt Brenneisen. "Patienten, bei denen kein Medikament wirkte, berichteten, dass die Symptome zurückgehen, wenn sie einen Joint rauchten oder einen Hanftee tranken."

Keine Wirkung auf akuten Schmerz

Am Institut für Pflanzenpharmakologie des DKF untersuchte die Doktorandin Myrtha Näf, ob gesunde Menschen nach der Gabe von THC weniger empfindlich gegen aktue Schmerzen sind. Mittels international etablierter Schmerzmodelle wurde die Wirkung von THC und Morphin als Vergleichssubstanz, sowie einer Kombination der beiden und Placebo an 12 Probanden untersucht. "Wir konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede feststellen", erklärt Myrtha Näf. Das heisst aber noch nicht, dass Hanfextrakte als Schmerzmittel nichts taugen. "Es ist möglich, dass THC bei chronischen Schmerzen besser wirkt", meint Myrtha Näf. Die Resultate wiesen aber darauf hin, dass die Kombination von THC und Morphin die Schmerzen besser dämpft als reines Morphin. "Wenn durch THC die Morphin-Dosis bei Patienten mit starken Schmerzen reduziert werden kann, wäre das angesichst der belastenden Nebenwirkungen bereits ein Fortschritt", sagt Rudolf Brenneisen.

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