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Botschafter geben Ihnen Geheimtipps für die nächste Reise

In einer kürzlich durchgeführten Studie befragte der Online-Reiseanbieter TravelBird Botschafter aus der ganzen Welt zu ihren Heimatländern. Heraus kamen ganz persönliche Reiseempfehlungen und Insidertipps.

Die Diplomaten sollten zwei Fragen beantworten:

  1. Eine Person besucht für 48 Stunden Ihr Heimatland. Wohin sollte sie gehen? Was sollte sie sehen? Was sollte sie essen?
  1. Gibt es ein verbreitetes Vorurteil über die Menschen in Ihrer Heimat, das in Ihren Augen irreführend oder unwahr ist?

Die Antworten waren teilweise überraschend. So empfahl beispielsweise der italienische Botschafter Giorgio Novello in Oslo eine Bootsfahrt auf dem Fluss Brenta. Auf dieser Fahrt befindet man sich inmitten der idyllischen Landschaften Norditaliens, passiert die Stadt Padua und erreicht anschließend die mittelalterliche Stadt Monselice am Fuß des Euganeischen Hügels. Als ebenso empfehlenswert befand er das kleine Dorf Tolfa, welches auf der Spitze eines Hügels thront und circa 45 Minuten außerhalb von Rom liegt. Hier befindet sich seit mehr als 20 Jahren das norwegisch-italienische Kulturinstitut und das archäologische Museum mit etruskischen Funden.

Brenta bei Bassano
Der Brentano bei Bassano del Grappa

Der ungarische Botschafter Nagy Zoltán in Brüssel empfahl neben einem Besuch der Stadt Budapest, den dortigen Thermalbädern und dem jüdischen Viertel, auch die Städte Szentendre, Visegrád, Donauknie und Tihany zu besichtigen. Bei einem Aufenthalt in diesen Städten, glaubt er, wird die dortige Bevölkerung mit Vorurteilen wie “Ungarn beherrschen keine Fremdsprachen” oder “Ungarn sind ausländerfeindlich” aufräumen und ihre Gastfreundlichkeit unter Beweis stellen.

Österreichs Botschafterin in Budapest konnte mit einem weiteren Insidertipp aufwarten. Für sie ist ein Besuch der Hauptstadt Wien mit der und der Mozartstadt Salzburg ein absolutes Muss. Doch auch der kleine Ort Oberndorf in der Nähe von Salzburg sollte laut Frau Ellison-Kramer zum Programm eines 48-Stündigen Aufenthalts in Österreich gehören. In Oberndorf ist die Kapelle beheimatet, in der das Lied “Stille Nacht” an Heiligabend im Jahre 1818 zum ersten Mal gesungen wurde. Wenig überraschend waren dagegen ihre Empfehlungen für das richtige Essen in ihrem Heimatland. Ein Wiener Schnitzel, gefolgt von einer süßen Leckerei, etwa ein Stück Sachertorte oder ein Kaiserschmarrn sind aber auch wirklich Dinge, um die man bei einem Besuch in dem Alpenstaat einfach nicht herumkommt. Verbreitete Vorurteile konnte Sie nicht so ganz ausräumen, denn es ist tatsächlich so, dass Österreicherinnen und Österreicher gerne ihre Trachten tragen und mit großer Begeisterung Ski fahren. Einzig das Vorurteil, dass in Österreich alle ‘Sound of Music’ lieben, ließ sie nicht als wahr durchgehen.

Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf bei Salzburg
Die Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf bei Salzburg.

Ein verbreitetes Vorurteil richtigstellen wollte dagegen Aníbal de Castro, Botschafter der Dominikanischen Republik in Brüssel. Seinem Empfinden nach entspricht das Vorurteil, die entspannte Lebenseinstellung der Dominikaner sei mit geringer Arbeitsmoral gleichzusetzen, nicht der Wahrheit. Das Gegenteil ist der Fall: Dominikaner seien beharrlich, unternehmerisch und würden von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang mit einer positiven Grundhaltung arbeiten.

Etwas richtig stellen wollte auch Jorn Eugene Gjelstad, seines Zeichens norwegischer Botschafter in Athen. Die Norweger gelten im Vergleich zu den Südeuropäern oft als distanziert und kalt.  So würden Norweger – solange kein besonderer Grund dafür besteht – kein Gespräch mit einer fremden Person anfangen. Haben Sie allerdings in einem Norweger einen Freund gefunden, bleibe dieser laut Gjelstad auf ewig Ihr Freund.

Und natürlich gibt es auch Vorurteile, die eigentlich unsinnig, aber dennoch weit verbreitet sind. Nicht alle Niederländer würden Gras rauchen, beteuert der Niederländische Botschafter in Madrid und dass alle Mexikaner mit einer Flasche Tequila im Arm, den Sombrero tief ins Gesicht gezogen, unter einem Kaktus schlafen sollte doch, obwohl sich das doch eigentlich gar nicht so schlecht anhört, auch klar sein.

Haben wir Sie mit diesem kleinen Auszug aus den Antworten der Botschafter neugierig gemacht? Alle Antworten finden Sie auf der Webseite des Reiseanbieters zum Nachlesen.

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