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DATEN DER WELTGESCHICHTE

12./13. 9. 1998

Bosnien-Herzegowina

Zum zweiten Mal nach Kriegsende finden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt, deren Ergebnis die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die für die ordnungsgemäße Durchführung gesorgt hat, erst am 25. September bekannt gegeben wird. Entgegen den Hoffnungen der westlichen Staatengemeinschaft setzen sich die Nationalisten aller drei Volksgruppen erneut durch, so dass eine politische Kooperation auch in Zukunft kaum zu erwarten ist. Die vom Westen favorisierte Präsidentin des serbischen Teilsstaats (Serbische Republik Srpska), Biljana Plavsić, verliert ihr Amt an den großserbischen Nationalisten und entschiedenen Gegner des Friedensprozesses, Nikola Poplašen. Bei der Wahl zum dreiköpfigen Staatspräsidium wird der Bosniake Alija Izetbegović wieder gewählt; der von der serbischen Volksgruppe gleichfalls gewählte Živko Radišic übernimmt turnusgemäß den Vorsitz des Gremiums. Trotz fortbestehender innerer Zerrissenheit des Landes stabilisiert sich die Lage dank des festen Regimes, das der Hohe Beauftragte der Staatengemeinschaft für Bosnien, der Spanier Carlos Westendorp, ausübt.

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