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Berlin geht baden!

Stiftung Stadtmuseum Berlin

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Anfang des 20. Jahrhunderts drängte es den Großstädter raus ins Grüne und an die Seen, vor allem an den Wannsee zum Schwimmen und Luftbaden. Aus der "wilden" Badestelle am Wannsee wurde schnell ein behördlich geregelter Badebetrieb. Das heute auch noch beliebte Strandbad Wannsee wurde 1929/1930 zum damals größten und modernsten Binnenseefreibad Europas ausgebaut. Und es ist Schauplatz einiger Ärgernisse: Vor allem Touristen hatten sich über die unmöglichen und unschicklichen Badekostüme der Berliner erregt, denn die im feuchten Zustand schlabberigen Textilien gaben zu viele Körperdetails preis. Der denkwürdige "Zwickererlass" von 1932 schreibt Zwickelnähte im Schritt behördlich vor und stellte damit die öffentliche Ordnung wieder her.

Möglichst wenig Bekleidung

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Ferienzeit in Berlin, um 1950

Sammlung Kindheit und Jugend / Fotograf Petersen

In der Berliner Nachkriegszeit zog es Ost wie West in die wieder eröffneten Frei- und Hallenbäder, an die heimischen Seen und mit zunehmendem Wirtschaftswachstum auch an die fernen Meere. Während im Westen 1946 nach einem Atomtest auf dem Bikini-Atoll ein neuer knapper Zweiteiler unter dem Namen "Bikini" die Gemüter erregte, erlebte die FKK-Bewegung gerade im Osten ein Comeback: Die DDR-Bürger zogen das zwanglose Lichtkleid jeder Bademode vor. Am bulgarischen Goldstrand und bei zahlreichen Badegelegenheiten in der Republik fielen die Hüllen schneller - zunächst gegen den Willen der politischen Obrigkeit. Heute steht allen Berlinern die Wahl frei: die neueste Bademode oder das Adamskostüm. Die Stadt bietet für alle Badevorlieben das richtige Plätzchen.
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