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Bauern kämpfen für individuelle Rechte

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Luther selbst wehrte sich vehement gegen den von den Fürsten erhobenen Vorwurf, die Revolte in Gang gesetzt zu haben. Er bemühte sich zunächst um die Vermittlung und rief beide Seiten zur Mäßigung auf. Später forderte er in der Schrift "Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern" von den Territorialfürsten, den Aufstand um jeden Preis zu beenden.

Die Unruhen nahmen 1524 in Waldshut und Stühlingen ihren Anfang und breiteten sich 1525 schlagartig bis nach Thüringen und Oberösterreich aus. Da von Seiten der Gutsherren und Landesherren keinerlei Bereitschaft zu Verhandlungen erkennbar war, kam es zu einer Radikalisierung der Unruhen. Mehrfach wurden Festungen, Schlösser und Burgen geplündert und abgebrannt.

Nach Anfangserfolgen der Bauern setzten die Fürsten mit ihren gut organisierten und ausgerüsteten Heeren den Aufständen ein blutiges Ende und vollzogen an den Aufrührern furchtbare Strafen. Etwa 100 000 Bauern wurden getötet, viele von ihnen wurden zuvor gefoltert. Nach der Zerschlagung der Bauernaufstände blieb in Deutschland die Agrarordnung weitere drei Jahrhunderte bestehen.

aus der wissen.de-Redaktion
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