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Auf zwei Rädern unterwegs – Geschichte und Trends rund ums Fahrrad

Heute ist es aus unserem Straßenbild nicht mehr wegzudenken: das Fahrrad. Ursprünglich erfunden als Alternative zum pferdegezogenen Wagen, entwickelte es sich zu einem der beliebtesten Fortbewegungsmittel unserer Zeit - und ist die Antwort auf viele städtische Probleme. Um darauf aufmerksam zu machen, sind zum Europäischen Tag des Fahrrads Menschen in ganz Europa zu Radtouren unterwegs. Allein bei der Berliner Sternfahrt werden über 200.000 Radliebhaber erwartet.

Seit 17 Jahren wird am 3. Juni der Europäische Tag des Fahrrads begangen. Ins Leben gerufen wurde er von der globalisierungskritischen Nichtregierungsorganisation Attac. Mit dem Aktionstag will sie darauf aufmerksam machen, dass das Fahrrad das umweltfreundlichste, gesündeste und sozial verträglichste Fortbewegungsmittel darstellt. 

Neben Fahrrad-Kampagnen in ganz Europa findet rund um den 3. Juni auch in Deutschland eine Reihe von Aktionen statt. Eine davon ist die vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub organisierte Berliner Sternfahrt. Mit knapp 1.000 Kilometern Streckenlänge, darunter zwei Autobahnabschnitten, und rund 200.000 Teilnehmern ist sie die größte regelmäßige Fahrrad-Demo der Welt. 2015 findet sie ausnahmsweise am zweiten Sonntag im Juni statt. Auch das statistische Bundesamt beteiligt sich am Aktionstag: Passend zum Europäischen Tag des Fahrrads präsentiert es jeweils am 3. Juni die aktuellen Werte und Zahlen zum Radverkehr in Deutschland.

Draisine im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg
Die Urform des heutigen Fahrrads und Motorrads: eine Laufmaschine aus der Zeit um 1820.

Karl Drais' Laufmaschine

Das erste Fahrrad war eigentlich noch kein Fahrrad. Vélocipède - Schnellläufer - nannte der badische Forstlehrer Karl Drais 1817 seine Erfindung. Später wurde die ‚Laufmaschine‘ zu seinen Ehren in Draisine umbenannt. Karl Drais' lenkbare Laufräder waren noch überwiegend aus Holz und ohne Luftreifen. Der „Fahrer“ musste gleichzeitig mit den Füßen für Antrieb sorgen und die Balance halten. Doch auf ebener Fläche erreichten die Laufräder eine Geschwindigkeit von etwa 15 Stundenkilometern: immerhin schneller als eine Postkutsche.

Kinderlaufrad ohne Pedalen
Zurück zu den Anfängen

Das moderne Kinderlaufrad greift auf das Prinzip der Draisschen Laufmaschine zurück.

Der Zeitpunkt seiner Erfindung war nicht ganz zufällig: Zum einen führten neue Verfahren im Straßenbau zu einem dichten Netz von hochwertigen Straßen. Zum anderen aber waren Pferde zu dieser Zeit Mangelware. Denn der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora 1815 führte zu einer Abkühlung des Weltklimas, die im Jahr darauf in weiten Teilen Europas im „Jahr ohne Sommer“ gipfelte. Der Ausfall der Ernte führte zu einer europaweiten Hungersnot und - aufgrund des Futtermangels - zu einem Pferdesterben. Beide erreichten Mitte 1817 ihren Höhepunkt.

 

 

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