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Asthma – wenn auf einmal die Luft wegbleibt

Die Zahl der Asthmatiker nimmt seit 60 Jahren zu

Wenn sich ein Asthmaanfall anbahnt und das Atmen auf einmal schwer fällt, helfen drei Dinge: Ruhe bewahren, ein Notfallmedikament und den Auslöser meiden.

Endlich ist der Frühling da. Thorsten P. und seine Frau machen eine Radtour. Als sie an einem blühenden Weizenfeld vorbeifahren, fängt es an - das Kribbeln in Nase und Ohren, das Jucken im Hals, die brennenden Augen. Thorsten muss husten und anhalten. Sein Hals zieht sich zusammen. Das Atmen fällt ihm schwer. „Jetzt nur nicht in Panik geraten“, sagt er sich, als er sein Notfallspray im Rucksack sucht. Warum muss jetzt gerade der Reißverschluss klemmen? Nun kommt ihm seine Frau zur Hilfe. „Ganz in Ruhe, Thorsten, ich suche das Spray für dich heraus“, sagt sie und versucht, den Reißverschluss des Rucksacks zu öffnen. Inzwischen hat sich Thorstens Husten verschlimmert. Er ist kurzatmig. Bei jedem schwerfälligen Ausatmen ertönt ein Pfeifgeräusch. Endlich reicht ihm seine Frau das Notfallspray. Thorsten inhaliert einen Sprühstoß und spürt sofort Besserung. „Es ist das blühende Getreidefeld, ich muss weg hier“, sagt er und fährt geradewegs zurück nach Hause. Dort duscht er die Getreidepollen vom Körper und verbringt den Rest des Tages im Haus.

Inhalator

Der Inhalator bringt bei Asthmaanfällen schnell Linderung.

Jedes zehnte Kind hat Asthma

Thorsten leidet, wie etwa fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder in Deutschland, unter Asthma bronchiale – vereinfachend auch nur Asthma genannt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Etwa 5.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an ihrer Asthmaerkrankung. In den letzten 60 Jahren hat die Häufigkeit von Asthma in den Industrieländern dramatisch zugenommen. In Europa hält Schottland den traurigen Rekord mit etwa 18 Prozent Asthmatikern in der Bevölkerung. Arme Länder sind genauso von der Ausbreitung der Krankheit betroffen wie reiche. Auch die Schadstoffbelastung der Luft scheint nicht in einem direkten Zusammenhang mit der Anzahl der Asthmatiker zu stehen. Als gesichert gilt allerdings, dass das Rauchen in der elterlichen Wohnung Kinder besonders anfällig für Asthma macht. Auch eine Bronchitis kann das Entstehen von Asthma fördern. Wer unter einer akuten Bronchitis leidet, hat ein etwa neunfach erhöhtes Risiko, auch an Asthma zu erkranken. Wissenschaftler vermuten, dass an diesem Prozess bestimmte Bakterien (Chlamydien) beteiligt sind.

 

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Sonja Schmitzer
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