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Analoge Fülle des Wohllauts

Die Schallplatten-Technik ist heute besser denn je

Zugegeben: Es knackt und knistert gelegentlich beim Hören einer Schallplatte. Denn die meisten Kratzer verunzieren nicht nur die Platte selbst – sie sind auch zu hören. Aber das ist auch schon das einzige, was beim Platten hören stört. Ansonsten: Eine analoge Fülle des Wohllauts. Sind Tonabnehmer – hier gibt es eigentlich nur zwei: MM (Moving Magnet) oder MC (Moving Coil) –, Verstärker und Lautsprecher optimal aufeinander eingestellt und können Letztere sogar noch frei im Raum stehen, dann kann sich ein Klang – eigentlich sind es Wellen oder Schwingungen – entfalten, der seinesgleichen sucht. Davon bin ich überzeugt.

Die Lust des Analogen

Eines der Vorteile der analogen Technik: Die einzelnen Komponenten können individuell zusammengestellt werden – je nach persönlichem Musikgeschmack und Klangvorliebe. Auch wenn es manche womöglich als übertriebene Darstellung empfinden werden: Laufwerk, Tonarm und Tonabnehmersystem sind neben Vor- und Endstufe bzw. Vollverstärker und Lautsprecher für die Wiedergabe-Qualität des analogen Signals verantwortlich – und sollten daher, das notwendige Kleingeld vorausgesetzt, bewusst zusammengestellt werden.

Darüber hinaus: Wer jemals dabei zugesehen hat, wie der Tonarm des Plattenspielers sich sanft auf die schwarz glänzende Platte senkt, weiß ohnehin: das Hören einer analogen Schallplatte ist ein sinnlicheres Erleben mit einer ganz eigenen Atmosphäre! Und erst der Klang: mal weich und warm, mal stark in den Mitten, mal brillant in den Höhen – immer aber von einer Dynamik, an die digitale Systeme in der Regel schwer herankommen. Ich bin davon überzeugt: Gegen ein optimal verstärktes analoges Signal zieht ein gerastertes digitales Signal meist den Kürzeren. 

Zumal in den letzten Jahren die Abspieltechnik immer wieder verbessert wurde. Wer etwas Geld und Zeit investiert, dem stehen heute technische Möglichkeiten zur Verfügung, an die noch vor 25 Jahren – die Zeit der Einführung der CD-Technik – nicht zu denken war. Natürlich: nach kaum zwanzig bis dreißig Minuten steht der Gang zum Plattenspieler an, um die schwarze Scheibe zu wenden. Doch auch das gehört eben zum bewussten und authentischen "Erlebnis Schallplatte"! 

Wie oft ist er schon heraufbeschworen worden: der Tod der Schallplatte. Die Schallplatte ist tot? Es lebe die Schallplatte!


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von Michael Fischer, wissen.de
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