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DATEN DER WELTGESCHICHTE

Januar 1997

Algerien

Während des Fastenmonats Ramadan werden mehr als 400 Menschen Opfer von Terroranschlägen und Massakern fundamentalistischer Islamisten, die vermutlich zumeist der Bewaffneten Islamischen Gruppe (Groupe Islamique du Salut, GIA) angehören. Seit der Annullierung des Kommunalwahlsiegs der Islamischen Heilsfront (FIS) und dem Verbot der Organisation bekämpfen die Terroristen das Regime, das mit autoritären Maßnahmen der Lage Herr zu werden sucht. Der Bürgerkrieg forderte nach Schätzungen bislang mehr als 100 000 Menschenleben. Im November 1996 hatte die Bevölkerung in einer Volksabstimmung einer Verfas-sungsreform zugestimmt, die religiöse Parteien verbietet und dem Staatspräsidenten Liamine Zeroual mehr Befugnisse einräumt. Während des folgenden, am 30. 12. 1997 beginnenden Ramadan werden in Algerien erneut mehr als 1000 Menschen umgebracht. Außer islamistischen Untergrundkämpfern geraten zunehmend auch Teile der Armee und Polizeieinheiten in Verdacht, an den Exzessen, bei denen oft ganze Dörfer ausgelöscht werden, beteiligt zu sein.

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