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Abschied vom Pfauenthron

Schah Reza Pahlewi verlässt fluchtartig den Iran

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Einzig Fürst Rainier III. von Monaco bietet Gastrecht an. Der Schah geht darauf jedoch nicht ein, sondern reist am 30. März auf die Bahamas, wo er bis zum 10. Juni bleibt. Währenddessen wird er vom Obersten Richter der Islamischen Revolutionsgerichte im Mai in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Weil er auch auf den Bahamas kein Exil erhält, reist der Schah nach Mexiko. Ein auf sechs Monate befristetes Touristenvisum erlaubt ihm vorläufigen Aufenthalt in einem Herrschaftshaus im Nobelort Guernavaca bei Acapulco.

Wieder in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit rückt der Schah am 22. Oktober, als er mit einer 30-köpfigen Begleitung in New York eintrifft, um sich im Cornell Medical Center einer Operation zu unterziehen. Er leidet an Lymphknotenkrebs, darüber hinaus ist eine Verstopfung des Gallengangs festgestellt worden. Um etwaigen Racheakten der Iraner vorzubeugen, telegrafiert US-Außenminister Cyrus R. Vance nach Teheran: "Die Aufenthaltsgenehmigung ist auf die Dauer der Behandlung im Krankenhaus beschränkt. Der Schah wird kein Asyl erhalten." Dennoch fühlt sich der Iran durch die Einreise provoziert.

Chronik Verlag - Jahresband 1979
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