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6. März 2014: Europäischer Tag der Logopädie

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Stellt Mehrsprachigkeit generell eine Überforderung für Kinder dar?

Dr. Scharff Rethfeldt: Keineswegs, diese Annahme ist veraltet und seit Jahrzehnten wissenschaftlich widerlegt. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Mehrsprachigkeit für Kinder generell keine Überforderung darstellt. Selbst Kinder mit einer geistigen Beeinträchtigung können von einer mehrsprachigen Erziehung profitieren. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Mehrsprachigkeit sogar den Beginn neurogenerativer Erkrankungen wie beispielsweise Demenz im Alter hinauszögern kann.

Mehrsprachigkeit an sich ist für ein Kind also kein Problem. Wenn es Probleme gibt, dann eher im Umfeld des Kindes. Zum Beispiel, wenn soziale Problemlagen hinzukommen, wie Armut und Bildungsferne. Diese Faktoren wirken genauso ungünstig auf die Sprachentwicklung bei einsprachigen Kindern, jedoch zeigen uns aktuelle Untersuchungen, dass Familien mit Migrationshintergrund häufiger von derlei sozialen Problemlagen betroffen sind. Problematisch ist auch, wenn die unmittelbaren Bezugspersonen keine guten Sprachvorbilder sind. Beispielsweise weil Eltern, die selbst nur geringe Deutschkenntnisse haben, in bester Absicht mit ihren Kindern Deutsch sprechen, weil ihnen dazu geraten worden ist.

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