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30 Jahre Smiley :-)

Wie der Bildschirm lächeln lernte

Sie lachen, weinen oder winken: Smileys sind im Internet so selbstverständlich wie Google oder Katzenvideos. Heute feiern sie ihren dreißigsten Geburtstag - und sind so beliebt wie nie zuvor. Nur einer mag sich nicht so recht über den Jahrestag freuen: ihr Erfinder.

Tastenkombination Smiley
Es waren nur drei Zeichen, doch die machten den Informatikprofessor Scott Fahlman weltberühmt: Als er vor dreißig Jahren, am 19. September 1982, einen Doppelpunkt, einen Strich und eine offene Klammer zu einem :-) kombinierte, erfand er das Smiley und brachte so den Humor in die digitale Welt. Das Internet in seiner jetzigen Form existierte damals noch nicht, E-Mails und Diskussionsforen aber schon - mitsamt den dazugehörigen Problemen. "Die Leute haben dort alles reingeschrieben: Konferenzankündigungen ebenso wie Meinungen oder Witze", sagt Fahlman im Gespräch mit wissen.de. Nicht alle Kommentare dort waren ernst gemeint, erinnert sich der Informatiker, aber einige Leser hätten die teils sarkastischen Mitteilungen nicht verstanden und ziemlich wütend reagiert. "Darüber ärgerten sich wieder andere. Es gab richtige Schimpfattacken."

 

Auf der Suche nach dem digitalen Lächeln

Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, rätselte Fahlman mit seinen Kollegen: Wie konnte man eine witzige Bemerkung schreiben, ohne dass sie falsch verstanden wird? Das gemeinsame Brainstorming brachte einige skurrile Vorschläge zutage: So meinte der heutige Webentwickler Neil Swartz, man könne in jeder Betreffzeile ein Sternchen (*) hinterlassen, wenn die Nachricht als Witz gemeint wäre. Ähnlich kurios war die Idee seines Kollegen Keith Wright: "Sicher wird mir jeder zustimmen, dass das '&' das witzigste Zeichen auf der Tastatur ist." Seine Begründung: Das Zeichen sehe mit viel Fantasie aus wie dicker Mann, der sich vor Lachen auf dem Boden windet.

"Es gab kein Zeichen, das eindeutig für Witze stand", kritisierte Fahlman die Vorschläge seiner Kollegen. Deshalb schrieb er am 19. September 1982: "Ich schlage die folgende Sequenz als Witz-Symbol vor: :-)." Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, lieferte er gleich die passende Lesemethode: "Bitte seitwärts lesen." Für traurige Anlässe empfahl er dagegen die Zeichenkette :-(.

 

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von wissen.de-Autor Christoph Fröhlich
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