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2. März 2007: Milliardenschweres Sanierungsprogramm bei der Bahn

von Michael Lambert, Gütersloh

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Wir waren gespannt auf unser Abteil. Es war modern und zweckmäßig und relativ neu. Die Größe lag deutlich unter dem Platz einer Einzelzelle in Stuttgart-Stammheim. Unsere Bleibe für die nächsten zwölf Stunden. Wir suchten die Perspektive des Werbeplakats und kamen zu dem Schluss, dass die Bahn für dieses Foto das Schlafwagenabteil in einem Fotostudio aufgenommen haben muss. Dabei musste das Abteil originalgetreu aber in fünffacher Vergrößerung und ohne eine Längswand aufgebaut worden sein, so dass der Fotograf genügend Abstand zum kuschelnden Paar auf Pritsche halten konnte. Nun gut, es war ja nur die Fahrt zum Urlaubsort.

Das krönende Erlebnis der Fahrt sollte aber noch kommen – der Speisewagen.

Wir waren froh, uns die Beine vertreten zu können, als wir zum Abendessen in den Speisewagen gingen. Drei Waggons und dann kam ein Zeitsprung um 30 Jahre. Wochen nach unserem Urlaub entdeckten wir eben diesen Speisewagentyp in einer Ausgabe eines namhaften deutschen Food-Magazins aus dem Jahr 1975. Plüschige Sitze, die einmal rot gewesen sein mussten, laminatverklebte Holzflächen, die an den Kanten so ausgefranst sind wie abgekaute Fingernägel, und Tischtücher, die Clementine mit keinem Waschmittel der Welt mehr fleckenfrei bekommen hätte. Der Duft des Speisewagens verriet, dass hier schon Generationen von Reisenden Nürnberger Rostbratwürstchen mit Kraut, Gulaschsuppe und Heißwürstchen mit Kartoffelsalat verspeist hatten. Es war ein wirkliches Erlebnis, hier zu sitzen, eine traumhafte Landschaft an sich vorbeiziehen zu sehen und daran zu denken, dass bereits unsere Eltern und Großeltern hier gesessen haben könnten.

Der Schlaf in unserem Schlafwagenabteil war kurz und wenig erholsam, da hier ein Innenarchitekt offenbar übersehen hatte, dass es nicht nur Bahnkunden gibt, die unter 1,60m groß sind.

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